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vermöge des ledernen Schlauchs, in dem er enthalten war, einen Geruch aushauchte, der Danglars anwiderte.
„Pfui!“ rief er zurückprallend.
Mittag ward der Branntwein⸗Mann durch einen andern er⸗ ſetzt. Danglars, neugierig, auch ſeinen zweiten Wächter kennen zu lernen, trat wieder an die Thür.
Es war ein athletiſcher Bandit, ein wahrer Goliath, mit großen Augen, dicken Lippen und aufgeſtülpter Naſe; ſein rothes Haar ſiel gleich Schlangen über ſeine Schultern.
„O, o,“ murmelte Danglars,„der ſieht einem Menſchenfreſſer ähnlicher als einem menſchlichen Weſen. Gott ſei Dank, daß ich alt, ziemlich zähe und alſo gerade kein Leckerbiſſen bin!“
Wie man ſieht, hatte der Banquier noch Geiſtesgegenwart ge⸗ nug, um zu ſcherzen.
Wie um Danglars zu beweiſen, daß er kein Menſchenfreſſer ſei, ſetzte der Bandit ſich gerade vor die Zellenthür, zog ſchwarzes Brod, Zwiebeln und Käſe aus der Taſche, und machte ſich daran, Alles mit der größten Geſchwindigkeit zu verſchlingen.
„Zum Teufel,“ murmelte der Banquier,„wie iſt es nur mög⸗ lich, ſolche Sachen zu verzehren!“
Und er ſetzte ſich auf ſein bockledernes Lager, das ihn an den Branntweingeruch der erſten Schildwache erinnerte.
Aber die Geheimniſſe der Natur ſind unbegreiflich, auch die gröbſten Subſtanzen ſind für einen leeren Magen oft ſehr beredtſam.
Auch Danglars ging es ſo, er fühlte den ſeinen ziemlich hohl, und das Brot des Banditen ſchien ihm nicht ſo ſchwarz, der Käſe friſcher und der Mann ſelbſt nicht ſo häßlich..
Endlich erinnerten ihm die rohen Zwiebeln, die ſcheusliche Nahrung des Wilden, an gewiſſe Roberts⸗Saucen und ſtark ge⸗ würzte Speiſen, die ſein Koch ſo vortrefflich zuzubereiten verſtand, wenn Danglars ihm ſagte:„Herr Deniſeau, machen Sie mir heute eine gute derbe Schüſſel.“ 3—
Und der Banquier klopfte an die Thür.
Der Bandit blickte auf.
Als Danglars ſah, daß er es gehört, klopfte er ſtärker.
„Che cosa?“ fragte der Bandit. 1
„Ach ſagt, Freund,“ rief Danglars mit dem Finger gegen die Thür trommelnd,„es ſcheint mir an der Zeit, auch für meine Mahlzeit zu ſorgen, dächte ich.“ 1
Aber, ſei es, daß er nicht verſtand, ſei es, daß er nicht den Befehl hatte, für Herrn Danglars Mittageſſen zu ſorgen, der Rieſe fuhr ungeſtört in ſeinem Schmauſe fort.
Danglars fühlte ſich ſehr gedemüthigt, und legte ſich verdrieß⸗ lich auf ſein Lager, um ſich nicht noch mehr gegen dieſen Rohen zu vergeben. ν—


