Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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eingeſunken und der Todtengräber hatte Feuer damit gemacht, denn

ha dient den Todtengräbern gewöhnlich das alte Holz der reuze.

Der alte Rheder war glücklicher geweſen; in den Armen ſei⸗

ner Kinder ſterbend, war er von ihnen zu ſeiner ſorgfältig gewähl⸗

ten letzten Ruheſtätte geleitet, und ſchlief nun neben ſeiner ihm

ſeid zwei Jahren vorausgegangenen Gattin.

Zwei große Marmorſteine, mit ihren Namen, von eiſernen Balluſtraden umgeben und von vier Cypreſſen beſchattet, bezeich⸗ neten Beider Ruheſtatt.

Maximilian hatte ſich an einen dieſer Bäume gelehnt und be⸗ trachtete ſtarren Blicks die beiden Gräber.

Sein Schmerz war tief, faſt nagend.

Maximilian, ſprach der Graf,man blickt nicht hier⸗, ſon⸗ dern dorthin.

Und er zeigte gen Himmel.

Die Todten ſind überall, ſprach Morrel,haben Sie mir das nicht ſelbſt geſagt, als wir Paris verließen?

Maximilian, ſprach der Graf,Sie wünſchten einige Tage hier in Marſeille zu bleiben, iſt das noch Ihr Wunſch?

Ich habe keinen Wunſch, Graf, nur glaube ich, daß mir das Warten hier weniger ſchmerzlich ſein wird, als anderswo!

Deſto beſſer, Maximilian, denn ich verlaſſe Sie, und nehme Ihr Wort mit mir, nicht wahr? Ach, ich werde es vergeſſen, Graf, rief Morrel,ich werde es vergeſſen!

Nein, Morrel, Sie werden es nicht vergeſſen, denn Sie ſind ein Ehrenmann, und haben geſchworen! 1tAch Graf, haben Sie Mitleid mit mir, ich bin ſo unglück⸗ ich!... Ich kannte einen Mann, der noch viel unglücklicher war

als Sie.

Unmöglich!

Ach, ſprach Monte⸗Chriſto,das iſt einer der größten Be⸗ weiſe, des menſchlichen Hochmuths, daß Jeder am Unglücklichſten zu ſein glaubt.

. Aber wer kann unglücklicher ſein, als der, welcher das einzige Gut auf Erden verlor, was er zu beſitzen wünſchte!

Hören Sie, Morrel, ſprach der Graf,und achten Sie auf

das, was ich Ihnen ſage; ich kannte einen Mann, der gleich Ihnen,

ſein ganzes Hoffen, ſein ganzes Lebensglück auf eine Frau geſetzt hatte. Dieſer Mann war jung, hatte einen alten Vater, den er

liebte, eine Verlobte, die er anbetete. Er ſtand im Begriffe ſich

zu verheirathen, als plötzlich eine jener Launen des Schickſals, die

uns oft an der Güte Gottes zweifeln ließen, wenn Gott nicht

ſpäter zeigte, daß ihm Alles zum Mittel dient, ſeine gnädigen und