Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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1187

plötzlichen Demüthigung gebeugt hatte. Wohl erkannte er Mercedes Einfluß, und begriff nun, weshalb dies edle Herz das Opfer ſo ſchweigend annahm, ach, ſie wußte im Voraus, daß es unnütz war.

Jetzt, mein Herr, nahm Albert wieder das Wort,wenn Sie finden, daß meine Entſchuldigungen genügen, reichen Sie mir die Hand, ich bitte. Nach dem ſo ſelten unfehlbaren Verdienſte wie das Ihre, iſt meiner Meinung nach das Erſte, ſein Unrecht einzugeſtehen. Aber dieſes Geſtändniß betrifft mich allein. Ich handelte Recht vor den Augen der Menſchen, aber Sie Recht vor Gott. Nur ein Engel konnte einen von uns dem Tode entziehen, dieſer Engel iſt vom Himmel herabgeſtiegen; nicht, um uns zu Freunden zu machen, ach, das Verhängniß macht dies unmöglich, aber wenigſtens zu bewirken, daß wir uns gegenſeitig achten.

Nit feuchten Augen und tiefathmend reichte Monte⸗Chriſto Albert die Hand, die dieſer mit einer Art ehrfurchtsvollem Schrecken ergriff.

Meine Herren, ſagte er,Sie hören, Herr von Monte Chriſto nimmt meine Entſchuldigungen an. Ich habe voreilig gegen ihn gehandelt, die Uebereilung iſt eine ſchlechte Rathgeberin, ich habe ſchlecht gehandelt. Jetzt iſt mein Fehler wieder gut ge macht. Ich hoffe, daß die Welt micht nicht für feige halten wird, weil ich gethan, was mein Gewiſſen mir als das Rechte vorſchreib.

Aber jedenfalls, wenn man ſich in mir irrte, fügte der junge

Mann, den Kopf ſtolz zurückwerfend, hinzu, als ob er ſeine Freunde und Feinde herausfordern wollte,ich werde Jedem das Irrige ſeiner Meinung zeigen.

Was kann dieſe Nacht vorgefallen ſein? fragte Beauchamp Chateau⸗Renaud,es ſcheint mir, als ſpielten wir hier eine ſehr traurige Rolle.

In der That, was Albert thut, iſt entweder ganz erbärm⸗ lich, oder ſehr ſchön, entgegnete der Baron.

Ach, ſagte Dobray zu Franz,was ſoll das bedeuten? Wie, Herr von Monte⸗Chriſto vernichtet die Ehre des Grafen von Mor⸗ cerf, und deſſen Sohn ſagt, er hat Recht daran gethan? Das faſſe ich nicht.

Was Monte⸗Chriſto anbelangt, ſo erlag er faſt dem Gewichte dieſer vierundzwanzigjährigen Erinnerungen, er dachte weder an

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