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mich hegte, wird er, ich will nicht ſagen, meinen letzten Willen, aber meinen letzten Wunſch erfüllen.
„Dieſes vorliegende Teſtament hat Haydée ſchon zur Erbin meines übrigen Vermögens beſtimmt, welches in Gütern, engliſchen, öſterreichiſchen und holländiſchen Staatspapieren und dem Mobiliar meiner verſchiedenen Paläſte und Häuſer beſteht. Nachdem die zwanzig Millionen und Legate für meine Dienerſchaft davon ge⸗ nommen ſind, wird das Ganze ungefähr noch ſechzig Millionen be⸗ tragen.“
Als er dieſe letzten Zeilen geſchrieben hatte, hörte er hinter ſich einen Schrei.
Die Feder entſank ſeiner Hand.
„Haydée,“ rief er,„Du haſt geleſen?“—
Wirklich hatte die Morgenröthe den Schlaf von den Augen⸗ lidern des jungen Mädchens geküßt, ſie hatte ſich erhoben und war dem Grafen genaht, ohne daß dieſer ihre leichten Schritte auf dem Teppich gehört hatte.
„O, mein Gebieter,“ rief ſie mit gefalteten Händen,„wes⸗ halb ſchreibſt Du ſo und zu dieſer Stunde? Weshalb beſtimmſt Du mir Dein ganzes Vermögen? Willſt Du mich verlaſſen?“
„Ich trete eine Reiſe an, liebes Kind,“ ſagte Monte⸗Chriſto unendlich zärtlich und traurig,„und wenn ich Unglück...“
Der Graf hielt inne.
„Nun?“ fragte Haydée in einem Tone, den der Graf an ihr gar nicht kannte und vor dem er zitterte.
„Nun, wenn ich Unglück hätte,“ fuhr er fort,„will ich, daß meine Tochter glücklich werde.“
Traurig lächelnd ſchüttelde Haydée den Kopf.
„Du denkſt zu ſterben, mein Gebieter?“ ſagte ſie.
„Das iſt ein heilſamer Gedanke, mein Kind,“ ſagt Le Sage.“
„Gut, wenn Du ſterben willſt, vermache Deine Güter einem Andern, denn... wenn Du ſtirbſt... bedarf ich nichts mehr.“
Und das Papier nehmend, zerriß ſie es in vier Stücke und warf ſie in die Mitte des Zimmers. Dann ſank ſie, von dieſer ungewohnten Energie erſchöpſt, dies Mal nicht ſchlafend, ſondern ohnmächtig auf den Teppich.
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