einem Engel die Thränen zu erſparen, welches ſein unſterbliches Auge einſt über unſere Vergehen geweint haben würde, nehmen Sie an, der Herr habe, nachdem Alles vorbereitet und befruchtet war, ſtatt ſein Werk zu bewundern, die Sonne verlöſcht, und die Erde mit ſeinem Fuße in die ewige Nacht zurückgeſtoßen, dann würden Sie ſich noch einen Gedanken,.. aber nein, nein, auch dann könnten Sie ſich noch keinen Gedanken von dem machen, was ich jetzt ſterbend verliere.“
Mercedes ſah den Grafen mit einem Blicke an, in dem ſich Erſtaunen, Bewunderung und Dankhbarkeit vereinten.
Monte⸗Chriſto barg ſein glühendes Geſicht in beiden Händen.
„Edmond,“ ſagte Mercedes,„ich habe Ihnen nur noch ein Wort zu ſagen.“
Der Graf lächelte bitter.
„Edmond,“ fuhr ſie fort,„Sie werden ſehen, daß, wenn auch meine Wangen gebleicht, wenn das Feuer meiner Augen erloſchen, wenn meine Schönheit vergangen iſt, ja wenn dieſe Mercedes in keiner Hinſicht mehr an jene Mercedes von ſonſt erinnert, ſie den⸗ noch ſtets daſſelbe Herz behielt!... Lebe wohl, Edmond, ich habe nichts mehr von dem Himmel zu bitten, ich habe Dich wiedergeſehen, eben ſo würdig, eben ſo groß als ſonſt... Lebe wohl, Edmond, lebe wohl, und Dank.“
Aber der Graf antwortete nicht.
Mercedes öffnete die Thür, und entſchwand noch ehe der Graf aus der ſchmerzlichen und tiefen Traurigkeit erwachte, in welche ihn die aufgegebene Rache geſtürzt hatte.
Die Uhr der Invaliden ſchlug Eins, als der Wagen der Frau v. Morcerf über das Pflaſter der elyſäiſchen Felder rollte und den Grafen von Monte⸗Chriſto aus ſeinem Sinnen erweckte.
„Unſinniger,“ ſagte er,„warum riß ich mir nicht an dem Tage, an dem ich Rache ſchwur, das Herz aus!“
Wun O da
lung
ich g


