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Fräulein Valentine errieth Alles bei den erſten vorbereitenden Wor⸗ ten ihres Vaters, und dieſer herbe Verluſt traf ſie ſo unerwartet, daß ſie ohnmächtig wurde.“
„Und in welcher Beziehung ſtand Herr von Saint⸗Méran zu Fräulein Valentine?“ fragte Monte⸗Chriſto.
„Er war ihr Großvater von mütterlicher Seite, und wollte kommen, um die Heirath zwiſchen ihr und Franz zu beſchleunigen.“
„Ach! wahrhaftig!“
„Alſo Franz hat nun Zeit bekommen! O weshalb war Herr von Saint⸗Méran nicht auch der Großvater von Fräulein von Danglars.“
„O Albert,“ ſagte Frau von Morcerf im Tone ſanften Vor⸗
wurfs,„was ſprichſt Du da? O Herr Graf, ſagen Sie, den er ſo hooch verehrt, ihm doch, daß dies nicht hübſch von ihm war.“
Und ſie ging einige Schritte weiter.
Monte⸗Chriſto ſah ſie ſo ſonderbar, ſo träumeriſch und; mit einer Art ſo zärtlicher Verwunderung an, daß ſie zurückkam, ſeine Hand ergriff, ſie mit denen ihres Sohnes in der ihrigen vereinigte, den Grafen flehend anblickte und ſprach:
„Wir ſind Freunde, nicht wahr?“
„O gnädige Frau, Ihr Freund? ſo anmaßend bin ich nicht,“
rief der Graf,„jedenfalls bin ich doch Ihr unterthänigſter Diener.“
Die Gräfin verließ ihn unendlich traurig und zerriſſenen Herzens, und noch ehe ſie zehn Schritte weit entfernt war, bemerkte er, daß ſie die Augen trocknete.
„Waren Sie nicht einig mit meiner Mutter?“ fragte Albert
erſtaunt.
ſie uns in Ihrer Gegenwart für Freunde erklärte?“ 8
UInd ſie betraten den Saal wieder, als Valentine und Mutter Abſchied nahmen.
Nach ihnen verließ auch Morrel den Ball. 22
„Im Gegentheil,“ erwiderte der Graf,„hörten Sie nicht, daß.
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