LVI. Der Major Cavalcanti.
Weder der Graf noch Baptiſtin hatten eine Unwahrheit geſagt, indem ſie Morcerf mit dem Beſuche dieſes Majors aus Lucca be⸗ kannt machten, um deſſentwillen Monte⸗Chriſto Albert's Einladung zum Diner nicht annehmen konnte.
Es hatte ſieben geſchlagen und Meſſer Bertuccio hatte ſich, dem erhaltenen Befehle gemäß, ſchon ſeit zwei Stunden nach Auteuil oerfügt, als ein Fiaker vor dem Hotel hielt, der, ſobald er am Gitter einen Mann in dem Alter von ungefähr 52 Jahren abge⸗ ſetzt hatte, wie beſchämt eilig zu entfliehen ſchien. Der an dem Gitter angelangte Mann hatte einen jener altmodiſchen Ueberröcke, oder eigentlich Roquelaure an, grün, mit ſchwarzen Aufſchlägen, deren Art in Europa unvergänglich zu ſein ſcheint. Weite Bein⸗ kleider von blauem Tuch, ziemlich anſtändige Stiefeln, deren Wichſe jedoch etwas unbeſtimmter Art war und die, um fein zu ſein, viel zu dicke Sohlen hatten, Handſchuh von Wildleder, einen Hut, der in ſeiner Form viel Aehnlichkeit mit denen der Gensd'armen hatte, eine ſchwarze Cravatte mit weißem Umſchlag, die, wenn ihr Beſitzer ſie nicht aus eigenem und freien Willen getragen hätte, für ein Halseiſen hätte paſſiren können; dies war der maleriſche Anzug des Manrnes, der jetzt an dem Gitter die Klingel zog. Als Jemand kam, fragte er, ob es richtig ſei, daß hier Nr. 30 am Eingang der elyſäiſchen Felder, wo Graf von Monte⸗Chriſto wohne? und trat auf die bejahende Beantwortung des Pförtners ein, ſchloß die Thür hinter ſich und ging auf die Freitreppe zu.
Der kleine eckige Kopf dieſes Mannes, ſein ergrauendes Haar, ſein dichter, grauer Schnurrbart machten ihn Baptiſtin kenntlich, der das genaue Signalement des Fremden hatte, und ihn im Vor⸗


