Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
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Er wird irgend eine Goldgrube entdeckt haben, meinte die Baronin;Sie werden wiſſen, daß er einen unbegrenzten Credit auf das Haus des Barons hat.

Nein, das wußte ich nicht, antwortete Albert,aber das kann nicht anders ſein.

Und daß er Herrn von Danglars angekündigt hat, er beab⸗ ſichtige ein Jahr in Paris zu bleiben und in dieſer Zeit ſechs Millionen auszugeben?

Es iſt der Schach von Perſien, der incognito reiſ't.

Und dieſe Dame, Herr Lucian, ſagte Eugenie,haben Sie bemerkt, wie ſchön ſie iſt?

Wirklich, Fräulein, ich kenne Niemand, die Perſonen Ihres Geſchlechts ſolche Gerechtigkeit widerfahren läßt, als Sie.

Lucian hielt ſein Lorgnon vor die Augen.

Reizend! ſagte er.

Und weiß Herr von Morcerf, wer dieſe Dame iſt?

Mein Fräulein, antwortete Albert, auf dieſe faſt befehlende Aufforderung,ich weiß es ungefähr, wie Alles, was den geheimniß⸗ vollen Mann betrifft, der uns jetzt ſo ſehr beſchäftigt. Dieſe Dame iſt eine Griechin.

Das zeigt ihr Anzug, und Sie haben mir da nur geſagt, was das ganze Haus ſchon ſo gut weiß, als wir.

Ich bedauere, ſagte Morcerf,ein ſo unwiſſender Cicerone zu ſein; muß indeſſen geſtehen, daß ſich hierauf mein Wiſſen be⸗ ſchränkt. Außerdem weiß ich nur noch, daß ſie muſikaliſch iſt, denn als ich einſt beim Grafen frühſtückte, hörte ich den Ton einer Guzla, der nur von ihr herrühren konnte.

Er nimmt alſo Beſuch an, Ihr Graf? fragte Frau von Danglars.

Und bewirthet fürſilich, das ſchwöre ich Ihnen.

Ich muß Herrn von Danglars bewegen, ein Diner, einen Ball ihm zu Ehren zu geben, damit er es erwidert.

Wie! Sie wollen zu ihm gehen, ſagte Dobray lachend.

Warum nicht? mit meinem Manne!

Aber er iſt unverheirathet, dieſer geheimnißvolle Graf.

Sie ſehen das Gegentheil, ſagte die Baronin lächelnd und

auf die ſchöne Griechin deutend.

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