nier, nzu⸗
721
glauben, daß es Ihr Graf von Monte⸗Chriſto iſt, der den Preis gewonnen hat?“
„Ich bin davon überzeugt.“
„Und der mir den Pokal geſchickt hat?“
„Ohne allen Zweifel!“
„Aber ich kenne ihn nicht,“ ſagte die Gräfin,„und habe die größte Luſt, ihm denſelben zurückzuſchicken.“
„O! thun Sie das nicht; er würde Ihnen einen andern ſchicken, der aus einem Saphir geſchnitten, oder aus einem Rubin gehöhlt wäre. Das iſt ſo ſeine Manier; man muß ihn nehmen, wie er iſt.“
Jetzt hörte man die Klingel, die das Zeichen gab, daß der zweite Act beginnen werde. Albert ſtand auf und empfahl ſich.
„Werde ich Sie noch ſehen?“ fragte die Comteſſe.
„In den Zwiſchenakten, wenn Sie es erlauben. Ich werde
mich erkundigen, ob ich Ihnen auf irgend eine Weiſe in Paris
dienen kann.“
„Meine Herren,“ ſagte die Gräfin,„ich wohne Straße Rivoli Nr. 22 und bin alle Sonnabend Abend für meine Freunde zu Hauſe; merken Sie ſich dies.“
Die jungen Leute empfahlen ſich und gingen hinaus.
Als ſie Alle ihre Plätze wieder einnahmen, ſahen ſie das Par⸗ terre in Bewegung und Aller Augen nach einem einzigen Punkte des Hauſes, und zwar nach der ehemaligen Loge des ruſſiſchen Ge⸗ ſandten gerichtet. Ein ſchwarz gekleideter Mann von fünfunddreißig bis vierzig Jahren war ſoeben mit einer orientaliſch gekleideten Dame in derſelben erſchienen. Die Dame war von ausnehmender Schönheit, und ihr Anzug ſo reich, daß ſie Aller Augen auf ſich gezogen hatte.
„Ah!“ ſagte Albert,„es iſt Monte⸗Chriſto und ſeine Griechin.“
Es waren wirklich der Graf und Haidee.
In einem Augenblicke war die junge Frau der Gegenſtand der Aufmerkſamkeit, nicht nur des Parterres, ſondern des ganzen Hau⸗ ſes; die Damen bogen ſich aus den Logen, um im Widerſchein des Kronleuchters dieſe Cascaden von Diamanten rieſeln zu ſehen.
Der zweite Akt verging unter jener dumpfen Bewegung der ver⸗ ſammelten Maſſe, die ein beſonderes Ereigniß andeutet. Niemand dachte daran,„Still“ zzu rufen. Dieſe junge, ſo ſchöne, ſo blendende
Der Graf von Monte⸗Chriſto. 46


