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„Ach! mein lieber Herr Morrel,“ ſagte Monte⸗ Chriſto,„ich ſehe mit Betrübniß, daß ich viel Unruhe in Ihrer Familie ver⸗ urſache.“
„Sehen Sie, ſehen Sie,“ ſagte Maximilian lachend,„ſehen Sie dort unten den Mann, der ſeinerſeits eilt, ſeine Jacke gegen einen Ueberrock zu vertauſchen? O! man kennt Sie in der Straße Mes⸗ lay, Sie waren angemeldet, das glauben Sie mir.“
„Sie ſcheinen mir da eine glückliche Familie zu haben, mein Herr,“ ſagte der Graf, mehr ſeine eigenen Gedanken beantwortend.
„O ja! dafür ſtehe ich Ihnen, Herr Graf, und warum ſollte es auch nicht ſein, es fehlt ihnen nichts zum Glücke. Sie ſind jung, heiter und lieben ſich, und mit ihren fünfundzwanzigtauſend Livres Renten glauben ſie, die doch ſo vielen unendlichen Reichthum um ſich her ſehen, die Schätze der Rothſchild's zu beſitzen.“
„Das iſt aber wenig, fünfundzwanzigtauſend Livres Renten,“ ſagte Monte⸗Chriſto mit einer ſo weichen Sanftmuth, daß ſie Maxi⸗ milian's Herz durchdrang, wie die Stimme eines zärtlichen Vaters; „aber die jungen Leute werden dabei nicht ſtehen bleiben, ſie werden auch Millionäre werden. Ihr Herr Schwager iſt Advokat... oder Arzt...“
„Er war Kaufmann, Herr Graf, und hatte das Haus meines armen Vaters übernommen. Herr Morrel hinterließ, als er ſtarb, fünfhunderttauſend Franken, wovon ich die eine Hälfte und meine Schweſter die andere bekam, denn wir waren die beiden einzigen Kinder. Ihr Mann, der ſie geheirathet hatte, ohne etwas Anderes zu beſitzen, als ſeine edle Rechtſchaffenheit, ſeine hohe Intelligenz und ſeinen fleckenloſen Ruf, wollte eben ſo viel beſitzen, als ſeine Frau. Er arbeitete, bis er zweihundertundfünfzigtauſend Franken gewonnen hatte; das war in ſechs Jahren geſchehen. Es war ein rührendes Schauſpiel, Herr Graf, das ſchwöre ich Ihnen, dieſe beiden fleißigen Kinder zu ſehen, ſo einig, durch ihre Eigenſchaften zu dem größten Glücke befähigt, und die, in den Gewohnheiten des väterlichen Hauſes nichts ändern wollend, ſechs Jahre brauchten, um zu bewerkſtelligen, was Neuerer in zwei Jahren erreicht hätten; auch widerhallt Marſeille noch von dem Lobe, welches man ſolcher
heldenmüthigen Entſagung nicht verſagen kann. Endlich kam Emanuel Der Graf von Monte⸗Cbriſto. 43
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