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ſeine wiſſenſchaftliche Bildung nicht gerechnet, für einen wahren Cavalier erkannte. Beſonders entzückte ihn die Freiheit hinſichtlich des Gebrauchs der Equipage; er hatte es auf die reizenden Bäuerinnen abgeſehen, und da ſie Tags zuvor in einem ſehr eleganten Wagen fuhren, war es ihm ſehr angenehm, ſich ihnen, was dieſen Punkt anbetraf, ferner gleich zeigen zu können.
Eine halbe Stunde nach Mittag gingen die jungen Leute hin⸗ unter; der Kutſcher und die Laquaien hatten den Einfall gehabt, ihre Livreen über ihre Affen⸗ und Bären⸗Coſtüme zu ziehen, was noch komiſcher ausſah, als den Tag zuvor, und ihnen viele Com⸗ plimente von Franz und Albert einbrachte. Albert hatte empfind⸗ ſam das Veilchenſträußchen in eins ſeiner Knopflöcher geſteckt.
Bei dem erſten Tone der Glocke fuhren ſie ab und ſchloſſen ſich der Wagenreihe des Corſo an. Bei der zweiten Runde wurde aus einem Wagen voll Colombinen') ein friſcher Veilchenſtrauß in ihren Wagen geworfen, und bewies Albert, daß die Bäuerinnen des vorigen Tages, wie er und Franz das Coſtüm gewechſelt hatten, und war es Sympathie oder Zufall, daß ſie das gewählt hatten, was die Freunde geſtern trugen, während dieſe in Beziehung auf ſie es eben ſo gemacht hatten.
Albert ſteckte den friſchen Strauß an die Stelle des vertrockneten; doch behielt er letzteren in der Hand, und führte ihn, wenn er den Colombinen begegnete, zärtlich an ſeine Lippen, welches nicht nur die, welche ihm den Strauß zugeworfen hatte, ſondern auch ihre ausgelaſſenen Gefährtinnen ſehr zu beluſtigen ſchien. Der Tag war nicht weniger belebt als der geſtrige; ein aufmerkſamer Beobachter würde ſogar eine Vermehrung des Tumultes und der Luſtigkeit bemerkt haben. Einen Augenblick war auch der Graf an ſeinem Fenſter; als die Freunde aber wieder vorbei fuhren, war er ver⸗ ſchwunden.
Es bedarf keiner Verſicherung, daß das Spiel mit den Veilchen⸗ ſträußen zwiſchen Albert und den Colombinen, den ganzen Tag dauerte. Als ſie Abends nach Hauſe kamen, fand Franz einen Brief von der Geſandtſchaft; es wurde ihm angezeigt, daß er am andern Tage die Ehre haben ſollte, von Seiner Heiligkeit empfangen zu
*) Weibliche Bajazzo's.


