XXXVII. Der Carneval in Rom.
Als Franz wieder zu ſich kam, ſah er, daß Albert, bleich wie der Tod, ein Glas Waſſer trank und daß der Graf beſchäftigt war, ſein Bajazzo⸗Coſtüm anzulegen. Er warf mechaniſch einen Blick auf den Platz: Alles war verſchwunden, Schaffot, Henker, Opfer; nur das lärmende, fröhliche, geſchäftige Volk war geblieben, die Glocke des Monte-Ciborio, die nur bei dem Tode des Papſtes und der Eröffnung der mascherata gezogen wurde, ertönte in vollen Schwingungen.
„Was iſt denn?“ fragte er den Grafen.
„Nichts, durchaus nichts, wie Sie ſehen,“ verſetzte dieſer,„als daß der Carneval ſeinen Anfang nimmt. Kleiden Sie ſich nur an.“
„Wirklich,“ erwiderte Franz,„von dieſer ganzen ſchauderhaften
Scene bleibt kaum die Spur eines Traumes.“
„Es iſt auch nur ein Traum, ein Alpdrücken, was wir geſehen haben.“
„Ja, wir, aber der Verurtheilte?“
„Für den iſt es ebenfalls ein Traum, nur mit dem Unter⸗ ſchiede, daß er im Traume hinüber gegangen iſt, während Sie er⸗
wacht ſind. Und wer kann wiſſen, welcher von Ihnen Beiden der
Bevorrechtete iſt?“ „Aber,“ fragte Franz weiter,„was iſt aus Peppino geworden?“ „Peppino iſt ein vernünftiger Burſche, der nicht die mindeſte Eigenliebe hat und der gegen die Gewohnheit der meiſten Menſchen, die wüthend ſind, wenn man ſich nicht um ſie bekümmert, entzückt war, zu bemerken, daß die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſeinen
Kameraden gerichtet war und dieſe Zerſtreuung benutzte, um unbe⸗
merkt unter die Menge zu ſchlüpfen, und zu verſchwinden, ohne Der Graf von Monte⸗C briſto. 30


