Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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Die Aufforderung war beinahe unnöthig, Franz war wie durch Zauber an dieſe Scene gefeſſelt. Die Henkersknechte hatten den Delinquenten auf das Gerüſt getragen und ihn, ungeachtet er biß, ſchrie, bat, gezwungen, nieder zu knieen; der Henker ſtand an ſeiner Seite, die Menſchenmenge vor ihm; nun entfernten ſich die Henker⸗ knechte auf ein Zeichen. Der Verurtheilte wollte aufſtehen, aber ehe er Zeit dazu gewann, traf das ſchwere Eiſen ſeine linke Schläfe; man hörte einen ſchwachen, dumpfen Schrei, der Gerichtete ſiel wie ein Schlachtvieh, mit dem Geſicht nach unten, zur Erde, noch ein Schlag, und er lag auf dem Rücken; nun ließ der Henker das Eiſen fallen, zog das Meſſer aus ſeinem Gürtel, ſchlitzte mit einem Schnitt ihm den Hals auf, ſprang ihm auf den Leib und knetete ihn mit Füßen. Bei jedem Tritt ſchoß eine Blutwelle aus dem Halſe des Gerichteten.

Länger konnte Franz es nicht aushalten; er riß ſich los und ſank beinahe ohnmächtig in einen Lehnſtuhl.

Albert blieb zwar ſtehen, aber mit geſchloſſenen Augen und an die Fenſtervorhänge geklammerten Händen, widrigenfalls er gewiß gefallen ſein würde.

Der Graf ſtand frei und triumphirend, wie der böſe Engel.

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