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die Zwiſchenakte in Italien ſehr kurz; die Sänger haben Zeit, ſich während der Pironetten und Entrechats der Tänzer zu erholen und das Coſtüm zu wechſeln. Die Ouvertüre des zweiten Aktes begann. Bei den erſten Bogenſtrichen ſah Franz den Schläfer langſam auf⸗ ſtehen und ſich der Griechin nähern, die ſich zu ihm wendete, ihm einige Worte ſagte, und ſich dann ſogleich wieder auf den Rand der Loge lehnte. Das Geſicht des Begleiters war immer noch im Schatten und Franz konnte keinen ſeiner Züge erkennen.
Der Vorhang wurde aufgezogen, Franzens Aufmerkſamkeit wurde durch das Stück ſo lebhaft gefeſſelt, daß er einen Augenblick
ſeine Augen von der Griechin ab⸗ und der Scene zuwandte.
Der Akbeginnt bekanntlich mit dem Traumduett: Die ſchlum⸗ mernde Pariſina verräth Appo das Geheimniß ihrer Liebe zu Ucho. Der verrathene Gatte verräth alle Grade der wüthendſten Eiferſucht, bis er, von ihrer Untreue überzeugt, ſie erweckt, um ihr die nahende Rache anzukündigen. Dieſes Duett iſt eines der ſchönſten, ausdruck⸗ vollſten und zugleich ſchrecklichſten, die je aus der fruchtbaren Feder Donizetti's hervorgegangen ſind. Franz hörte es zum dritten Male, und obgleich er für keinen wüthenden Muſikliebhaber galt, machte es doch einen tiefen Eindruck auf ihn. Er wollte daher ſoeben in das Applaudiſſement des ganzen Hauſes mit einſtimmen, als ſeine ſchon aufgehobenen Hände wie gelähmt zurückſanken und das Bravo auf ſeinen Lippen erſtarb.
Der Mann in der Loge war aufgeſtanden, und ſowie ſein Kopf an das Licht kam, erkannte Franz in ihm den geheimnißvollen Be⸗ wohner von Monte⸗Chriſto, den, deſſen Wuchs und Stimme er am Abend zuvor ſo genau in den Ruinen des Colyſeum wieder erkannt hatte. Es war kein Zweifel mehr, der räthſelhafte Reiſende wohnte in Rom.
Ohne Zweifel zeigte Franzens Geſicht die Verwirrung, welche dieſe Erſcheinung in ſeinem Innern hervorbrachte, denn die Comteſſe ſah ihn an, lachte und fragte ihn, was ihm ſei?
„Frau Gräfin,“ antwortete Franz,„ich fragte Sie ſo eben, ob Ihnen dieſe Albaneſerin bekannt ſei; jetzt frage ich, ob Sie ihren Mann kennen.“—
„Nicht mehr als Sie,“ antwortete die Gräfin.
„Haben Sie ihn niemals bemerkt?“


