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und ſah folglich den Carneval aus einem ariſtokratiſchen Fuhrwerk oder von einem prinzlichen Balkon.
Alle dieſe Betrachtungen machten alſo Albert lebendiger als er geweſen war. Er drehte der Bühne den Rücken zu, lehnte ſich mit dem halben Körper über die Brüſtung der Loge hinaus und beob⸗ achtete alle hübſche Damen durch eine ſechs Zoll lange Doppel⸗ Lorgnette, wodurch nicht eine hübſche Dame bewogen wurde, auch nur aus Neugierde die viele Mühe, die ſich Albert gab, zu belohnen. Jeder ſchwatzte von ſeinen Angelegenheiten, ſeinen Liebſchaften, ſeinen Vergnügen, der morgenden Eröffnung des Carnevals, der darauf folgenden heiligen Woche, ohne weder auf die Sänger noch auf das Stück zu achten, mit Ausnahme der beſtimmten Momente, in denen Jeder ſich umdrehte, entweder um einen Theil von Coſelli's Recitativ zu hören, irgend eine brillante Paſſage Moriani's zu applaudiren, oder Spech Bravo zuzurufen; dann gingen die Privat⸗ unterhaltungen ruhig fort.
Gegen das Ende des erſten Aktes öffnete ſich die Thüre einer bis dahin leergebliebenen Loge und Franz ſah eine Dame eintreten, der er in Paris vorgeſtellt war und die er noch in Paris glaubte. Albert ſah die Bewegung ſeines Freundes bei dieſer Erſcheinung und fragte ihn:
„Kennſt Du dieſe Dame?“
„Ja, wie findeſt Du ſie?“
„Reizend, mein Lieber, und blond. O! dieſes unvergleichliche Haar! Iſt es eine Franzöſin?“
„Es iſt eine Venetianerin.“
„Und ſie heißt?“
„Comteſſe G
„O! die kenne ich dem Namen nach,“ rief Albert;„ſie ſoll eben ſo geiſtreich als hübſch ſein. Der Tauſend, wenn ich bedenke, daß ich auf dem letzten Balle der Frau von Villefort, wo ſie war, mich ihr hätte vorſtellen laſſen können, und es verſäumt habe!
Welch ein Thor war ich!“
„Soll ich dieſes Verſehen gut machen?“ fragte Franz.
„Wie? Du kennſt ſie genug, um mich in ihre Loge zu führen?“
„Ich hatte drei oder vier Mal die Ehre, mit ihr zu ſprechen, Der Graf von Monte⸗Chriſto. 28


