Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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geſagt haben, dreiunddreißig Jahre alt und die vierzehn Jahre ſeiner Gefangenſchaft hatten ſo zu ſagen eine große moraliſche Ver⸗ änderung in ſeinem Geſichte hervorgebracht. Mit dem runden, lachenden, offenen Geſichte eines jungen Mannes, deſſen erſte Schritte in das Leben über Blumen führten und deſſen Hoffnungen für die Zukunft auf die Erfahrungen der Vergangenheit begründet ſind, hatte er ſein Gefängniß betreten. Jetzt war Alles ſehr viel anders. Sein ziemlich rundes, volles Geſicht hatte ſich verlängert, ſein lachender Mund hatte einen Zug von Feſtigkeit und Entſchloſſenheit angenommen, ſeine dichter gewordenen Brauen wölbten ſich unter einer einzigen, aber tiefen Falte des nachdenkenden Grames, ſeine Augen blickten tiefe Traurigkeit und funkelten mitunter in den düſtern Blitzen von Haß und Menſchenfeindlichkeit; ſeine Farbe hatte in der langen Entbehrung von Luft und Sonnenſchein jene matte Bläſſe ange⸗ nommen, die, wenn das Geſicht von einem ſchwarzen Bart einge⸗ faßt iſt, die ariſtokratiſchen Männer des Nordens auszeichnet. Die tiefe und gründliche Gelehrſamkeit, die er dem Abbé verdankte, verbreitete einen Strahl von ſicherer, durchdringender Klugheit über ſein ganzes Geſicht. Zudem hatte ſein ſchon an ſich hoher ſchlanker Wuchs jene Gedrungenheit eines Körpers angenommen, der ſeine Kräfte lange in ſich zu concentriren gezwungen war. Der jugend⸗ lichen Eleganz ſeiner geſchmeidigen Formen war die Muskelſtärke und Fülle des reiferen Alters gefolgt. Seine Stimme hatte durch Flehen, Schluchzen und Beten, eine fremdartige Weichheit bekommen, durch welche aber von Zeit zu Zeit ein rauher, faſt barſcher Ton drang. Uebrigens hatten ſeine Augen, an ein beſtändiges Halb⸗ dunkel gewöhnt, die beſondere, aber ſeltene Fähigkeit gewonnen, im Dunkeln zu ſehen, wie der Wolf und die Hyäne. Edmond lächelte, indem er ſich ſah; ſein beſter Freund, wenn er noch einen hatte, konnte ihn nicht erkennen; kannte er ſelbſt ſich doch kaum wieder. Der Patron der jeune Amélie, dem es ſehr am Herzen lag, einen Mann von Edmonds Tüchtigkeit auf ſeinem Schiffe zu be⸗ halten, hatte ihm einige perſönliche Vortheile zugeſichert, wenn er in ſeinen Dienſten bleiben wolle, und Edmond hatte zugeſagt. Seine erſte Sorge, als er den Barbier, der die Metamorphoſe mit ihm vorgenommen hatte, verließ, war, in einem Kleidermagazine eine vollſtändige Matroſenkleidung zu kaufen. Dieſer Anzug iſt, wie der

Leſer 1 einem Anzuge zurückg ſeine 6 feinen Barte, und ſte kennen. demſelb eingede U thätig war, k als der