Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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langen, prüfenden Blicke Erde und Meer zugleich beobachtend. Das düſtere Gebäude ſtieg mit der impoſanten Majeſtät jener unbeweg⸗ lichen Gegenſtände, die zugleich zu bewachen und zu befehlen ſcheinen, aus dem Schooße der Fluthen empor. Es konnte fünf Uhr Mor⸗ gens ſein; das Meer beruhigte ſich immer mehr.In zwei bis drei Stunden, dachte Edmond,wird der Schließer in meine Kammer kommen, den Leichnam meines armen Freundes finden, ihn erkennen, mich umſonſt ſuchen und Lärm machen; dann wird man das Loch, die Galerie finden, man wird die Männer verhören, die mich in das Meer geworfen haben und die den Schrei, den ich ausſtieß, gehört haben müſſen. Sogleich werden Fahrzeuge mit bewaffneten Soldaten nach dem armen Flüchtlinge, der noch nicht weit ſein kann, ausgeſendet werden. Die Lärmkanone wird die ganze Küſte benachrichtigen, keinem nackt und verhungert umher irrenden Manne Obdach zu geben. Die Polizei von Marſeille wird benachrichtigt werden und die Küſte durchſtreifen, wie der Gouver⸗ neur das Meer durchſtreifen läßt. Was bleibt mir, eingeſchloſſen auf dem Waſſer, umſtellt auf dem Lande, dann noch zu thun übrig? Hungernd, frierend, ohne Vertheidigungsmittel, denn um beſſer ſchwimmen zu können, mußte ich ſogar das rettende Meſſer von mir ſchleudern, bin ich die leichte Beute des erſten Bauers, der zwanzig Franken verdienen will, indem er mich ausliefert; ich habe weder Kraft, noch Gedanken, noch Entſchloſſenheit mehr. O! mein Gott! mein Gott! ſiehe, ob ich nun genug gelitten habe und thue Du für mich, was ich nicht mehr vermag.

In dem Augenblicke, wo Edmond in einer Art Wahnſinn, der aus ſeiner Erſchöpfung aller körperlichen und geiſtigen Kräfte her⸗ vorging, angſtvoll nach dem Schloſſe If blickend, dieſes glühende Gebet ausſprach, ſah er an der Spitze der Inſel Pogue ein drei⸗ eckiges Segel, gleich einer Möve, die dicht auf dem Waſſer fliegt, wie einen Schatten am Horizonte erſcheinen und entdeckte bald ein kleines Schiff, in dem nur ein Seemannsauge bei den Schatten, die noch auf dem Meere lagen, eine genueſiſche Tartane erkennen konnte. Sie kam aus dem Hafen von Marſeille und ging in die hohe See, mit ihrem ſpitzen Vordertheile den Flanken einen leichten Weg bahnend und glänzenden Schaum vor ſich her ſpritzend.

O! rief Edmond,in einer halben Stunde könnte ich dies

Der Graf von Monte⸗Chriſto. 16