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Abgrund ſchleuderten und das ſich, des entſetzlichen Wetters unge⸗ achtet, mit reißender Schnelligkeit nahte. Dantes wollte ſchreien, ſuchte irgend einen Lappen, mit dem er in der Luft wehen und ihnen andeuten könne, daß ſie verloren wären. Aber ſie ſahen es ſchon von ſelbſt. Bei dem Scheine eines zweiten Blitzes ſah der junge Mann vier Männer, die ſich an den Maſt und die Segel⸗ ſtangen angeklammert hatten; ein Fünfter hielt ſich an die Stange des zerbrochenen Steuerruders. Dieſe Männer, die er ſah, ſahen ihn ohne Zweifel auch; denn zu ſeinen Ohren drang durch den pfeifenden Sturm verzweiflungsvolles Geſchrei. Ueber dem wie Rohr geknickten Maſte flatterte ein zerlumptes Segel. Plötzlich löſten ſich alle Bande, die das Segel noch hielten, und es verſchwand an dem düſteren Himmel wie einer jener großen, weißen Vögel, die ſich auf den ſchwarzen Wolken abzeichnen.
Zugleich hörte Dantes ein entſetzliches Krachen und den Todes⸗ ſchrei der Verzweiflung. Wie ein Sphinx an ſeinen Felſen geklam⸗ mert, an welchem er faſt über der Tiefe hing, ſah er bei einem neuen Blitze das kleine Fahrzeug zerbrochen und zwiſchen deſſen Trümmern verzweifelnde Geſichter, nach Hilfe ausgeſtreckte Arme. Dann ſank Alles in Nacht zurück; das entſetzliche Schauſpiel hatte nur von einem Blitze bis zum andern gewährt.—
Dantes eilte auf die Gefahr hin, ſelbſt in das Meer zu ſtürzen, an den glitſchigen Abhang der Felſen. Er ſpähte, er horchte, aber er ſah und hörte nichts mehr, kein Schrei, keine menſchliche An⸗ ſtrengung mehr, nur der Sturm, dieſe mächtige Stimme Gottes, fuhr fort, mit den Winden zu brüllen und mit den Wellen zu ſchäu⸗ men. Nach und nach beſänftigte ſich der Orkan, der Himmel rollte dicke, graue, ſo zu ſagen, vom Sturme entfärbte Wolken nach Weſten zu; die Azurbläue erſchien wieder mit ihren glänzenden als jemals funkelnden Sternen; bald zeichnete ſich am öſtlichen Horizonte ein
röthlicher Streif von dem ſchwarzblauen Gewölke ab, die Wellen
glätteten ſich, ein plötzliches Leuchten lief über ihre Gipfel und ver⸗ goldete dieſelben. Der Tag brach an.
Unbeweglich ſtaunte Dantes dieſes große Schauſpiel an, als ſähe er es zum erſten Male, und wirklich war es ihm durch die langen Jahre, die er auf Schloß If verlebt hatte, etwas Neues geworden. Er wendete ſich nun nach der Feſtung um, mit einem
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