Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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Edmond und Mercedes hielten einander umfaßt. Die glühende Sonne von Marſellle, die durch die geöffnete Thür eindrang, über⸗ fluthete ſie mit Licht und Glanz. Anfangs ſahen ſie nicht, was ſie

umgab; ein unendliches Glück ſchied ſie von der Welt, und ſie redeten

nur in abgebrochenen Worten, welche die Ausbrüche einer ſo leb⸗ haften Freude ſind, daß ſie Ausdrücke des Schmerzes zu ſein ſcheinen.

Plötzlich entdeckte Edmond das finſtere Geſicht Fernand's, das ſich bleich und drohend im Schatten abzeichnete; durch eine innere Bewegung, von der er ſich vielleicht ſelbſt keine Rechenſchaft gab, bewogen, hielt der junge Catalonier die Hand an dem Griffe des Meſſers, das in ſeinem Gürtel ſteckte.

Ach! Verzeihung! ſagte Dantes, der nun auch die Augen⸗ brauen zuſammenzog;ich wußte nicht, daß ein Dritter hier war. Dann, ſich zu Mercedes wendend, fragte er:Wer iſt der Herr?

Der Herr wird Dein beſter Freund ſein, Dantes, denn er iſt

der meinige, iſt mein Vetter, mein Bruder; es iſt Fernand, das heißt der Mann, den ich nach Dir, Edmond, auf der Welt am

meiſten liebe.

Ohne Mercedes, deren Hände er in einer der ſeinigen hielt, loszulaſſen, reichte Edmond ſeine andere Hand dem Catalonier. Aber Fernand, weit entfernt, dieſer freundſchaftlichen Geberde zu ent⸗

ſprechen, blieb ſtumm und unbeweglich wie eine Statue. Da wendete

Edmond ſeine forſchenden Blicke von der bewegten, zitternden Mer⸗

cedes auf den finſtern, trotzenden Fernand. Dieſer einzige Blick

ſagte ihm Alles. Der Zorn röthete ſeine Stirn.

Ich glaube nicht, mit ſolcher Eile zu Dir gekommen zu ſein,

Mercedes, um einen Feind hier zu finden.

Einen Feind! rief Mercedes, mit einem zornigen Blick auf

ihren Vetter,einen Feind, bei mir, ſagſt Du, Edmond! Wenn ich

das glaubte, würde ich Deinen Arm faſſen, nach Marſeille gehen

und dies Haus verlaſſen, um es nie wieder zu betreten. Fernand's Auge ſchleuderte Blitze.

Und wenn Dir, mein Edmond, ein Unglück zuſtieße, fuhr ſie 3 mit dem unerſchütterlichen Gleichmuth fort, welcher Fernand bewies, daß ſie bis in die innerſte Tiefe ihrer Gedanken gedrungen war,

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