Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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hat, die den Denkmälern dieſes Landes eigenthümlich iſt, und deren Inneres durch einen Anwurf von Mörtel eine blendende Weiße, den einzigen Schmuck der ſpaniſchen Poſſadas, erhielt.

Ein ſchönes, junges Mädchen, mit glänzend ſchwarzem Haar und ſammetartigen Gazellenaugen, ſtand an eine Wand gelehnt und rieb mit ihren zarten, antik geformten Fingern eine unſchuldige Haide⸗Blüthe, deren einzelne Blumen ſie ausrupfte, ſo daß ſie ſchon den Boden bedeckten; übrigens zitterten ihre bis zum Ellbogen bloßen Arme, die braun, aber in ihrer Bildung der Venus von Arles gleich waren, in einer Art fieberhaften Ungeduld, und ſie ſtampfte mit ihrem gebogenen, geſchmeidigen Fuße den Boden, ſo daß man die reine, kühne und ſtolze Form ihres in einem rothen baumwollenen Strumpf mit grauen und blauen Zwickeln gehüllten Beines ſehen konnte.

Drei Schritte von ihr ſaß auf einem Stuhle, den er ſtoßweiſe rüttelte, und ſich dabei auf einen alten, wurmſtichigen Tiſch ſtützte,

ein großer Burſche von zwanzig bis zweiundzwanzig Jahren, der

ſie mit einer zwiſchen Unruhe und Verdruß kämpfenden Miene be⸗ trachtete. Seine Augen ruhten forſchend auf ihr; aber der feſte, ſtarre Blick des jungen Mädchens beherrſchte ihn.

Nun, Mercedes, ſagte der junge Mann,Oſtern iſt vor der Thür, es iſt Zeit, wo man Hochzeit zu machen pflegt, was meinſt Du dazu?

Ich habe Dir hundert Mal auf dieſe Frage geantwortet,

Fernand, und Du mußt wirklich Dir ſelbſt Feind ſein, daß Du

mich immer von Neuem fragſt.

Nun denn, wiederhole es noch einmal, ich bitte Dich flehent⸗ lich darum; wiederhole es noch einmal, auf daß ich es endlich glaube; ſage es mir zum hundertſten Male, daß Du meine Liebe, die Deine Mutter gebilligt hat, verſchmähſt, präge es mir recht ein, daß mein Glück Dir gleichgültig, daß mein Leben oder Tod Dir nichts iſt. Ach mein Gott! mein Gott! zehn Jahre träumte ich,

Dein Gatte zu werden, Mercedes, und nun ſoll ich dieſe Hoffnung

verlieren, die der einzige Zweck meines Lebens war!

Ich bin es wenigſtens nicht, Fernand, die je dieſe Hoffnung in Dir erweckte, antwortete Mercedes;Du lannſt mir nicht vor⸗ werfen, daß ich einmal gegen Dich kokett geweſen wäre; ich habe

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