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denn auch ſämmtlich des Beifalls der Zuhörer zu erfreuen hatten.
— Seht Ihr's nun, meine ſchwärmeriſchen Jungen! begann Bruno. Es geht, wenn die Noth nur da iſt, mit ſolcher Novellenwaare ohne allen künſtleriſchen Beikram ab, von dem Ihr ſonſt immer geträumt habt.—— Poeti⸗ ſcher Drang: völlig veraltetes Mittel, das nur die Schnelligkeit der Produktion beeinträchtigt.— Stoff: jede hiſtoriſche Anekdote erfüllt dieſen Anſpruch. Eure Stoffe z. B. ſind gar nicht übel gewählt, und Wilhelm war ſogar der Einzige, der die unerläßliche Liebesintrigue erſt erfinden mußte; bei den Andern lag ſie ſchon in der Geſchichte.— Studium: bloße Zeitverſchwendung! Weiß man den Namen einer Nebenperſon nicht genau, ſo erfindet man einen für ſie, und ich denke, dieſen Kunſtgriff habt Ihr alle Drei benutzt.— Charaktere: ja Charaktere, das iſt frei⸗ lich ein kitzlicher Punkt. doch, dazu giebt es ja die her⸗ gebrachten Normen. Wenn man nur hübſch im Geleiſe der breiten Straße bleibt, dann finden die lahmen Gäule der Phantaſie ſchon von ſelber den Weg. Edelmüthige Fürſten, intriguante Mätreſſen, tapfre Ritter, liebevolle Jungfrauen, eingebildete Gecken man kann das Zeug mit der Chablone machen! Und das Vergangene, Hiſto⸗ riſche erleichtert dabei ungemein. Wie ein moderner Hand⸗ ſchuhmacher, oder eine Juſtizrathstochter redet, weiß jeder Menſch; einen Ritter, eine fürſtliche Maid aus dem Mittel⸗ alter kann man indeß ſagen laſſen, was man will die Leute müſſen's auf Glauben nehmen. Denkt nur an Eure Novellengeſchöpfe, meine Freunde! Sie unterhalten ſich ganz hübſch, aber ich frage Euch, ob Ihr wohl glaubt, daß


