Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Mein Vater.

Haſt du ſonſt noch was von deinem Muttergut gerettet?

Nein.

Gottfried legte die Augen zu und ſchwieg, da trat Bläſi vor und ſagte:

Sie braucht jetzt nichts mehr, ſie hat wieder Vater und Mutter am Leben, es fehlt ihr nichts mehr

Als ein Mann, ergänzte Traudle.

Und den hatſie auch, begann Bläſi wieder,den Ring da an der Hand trägt ſie von mir, deriſt auch aus dem Grab auferſtanden.

Die Mutter umarmte Erdmuthe, Gottfried nickte nur ſtill...

So bald der Dispens eingetroffen war, noch vor der Faſtenzeit, wurde die Hochzeit Erdmuthe's und Bläſi's gefeiert und Gottfried, der viel daheim ſitzen mußte, hatte es am liebſten, wenn Erdmuthe bei ihm blieb, er ſprach wenig, aber ihre Nähe that ihm wohl.

Im Frühling wurde das Haus neu verputzt und wenigſtens ein Eiſengitter abgethan. Gottfried gab Erdmuthe Recht, daß er ſo beſſer auf die Straße ſehen könne.

Ein Brief an Gottfried aus der neuen Welt von Cyprian, vollendete noch im zweiten Sommer die Sühne. Cyprian klagte bitterlich um das verlorene Kind, betheuerte ſeine Unſchuld und wie er oft wiederholte im Angeſicht des Todes. Er mußte im Inner⸗ ſten zerbrochen ſein, denn er bat Gottfried um Verzeihung für all die Unbill, die er ihm angethan und immer wieder ſprach er von ſeinem nahen Tode. Gottfried ſchrieb ſelbſt einige Worte zu dem Briefe Erdmuthe's, worin ſie alles Geſchehene erzählte. Es iſt aber nicht bekannt geworden, ob der Brief Cyprian noch am Leben traf.

Am Wegweiſer unter dem Apfelbaum errichtete Bläſi eine Steinbank und ließ den Namen Erdmuthe darauf eingraben und an ſommerlichen Sonntagsnachmittagen erſchallt es allzeit hier von Lachen und Singen der jungen fröhlichen Welt.

cz.

Stereotypen und Druck von C. Adelmann in Frankfurt a. M.

J.