Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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los, weil ſie nicht aus dem Hauſe durfte und nichts thun konnte zur Abwendung des großen Leids, das ſie über die Familie ge⸗ bracht, aber Bläſi tröſtete ſie und ſagte:

Wir haben's verſchuldet, ich beſonders, es iſt ſündlich ge⸗ weſen, dich ſo lang hinzuhalten. Mach dir nur keine Vorwürfe und Niemand ſoll ſie dir machen.

Die Rodelbäuerin ging wieder hinab ins Elternhaus und bald kam an ihre Stelle die Schultheißin und umarmte Erdmuthe innig und ſeltſam äußerte ſich ihr Herz, indem ſie Erdmuthe ſchalt, daß ſie ſich nicht ſchon lange zu erkennen gegeben; ſie könne nichts dafür, daß ſie ſie als Taglöhnerin behandelt habe.

Das erſte, das wiederum Heiterkeit gewann, die Ohnmacht Gottfrieds für vorübergegangen anſah und ſich an der Wichtigkeit ſeiner Bedeutung freute, war Traudle, und ſie wiederholte oft, ihr wäre jetzt ſo leicht als wenn eine ewige Laſt von ihr genom⸗ men wäre. Der lahme Klaus ſaß auf der Steinbank vor dem Hauſe und rühmte ſich ſeiner Klugheit, daß er allein Erdmuthe erkannt habe. Er beklagte ſich bitter, daß man nie genug aner⸗ kenne, wie er geſcheiter ſei als alle im Dorfe, aber als der erſte Schreck vorüber war, neckte und hänſelteman ihn nur ob ſeiner Weis⸗ heit. Erdmuthe indeß ließ ihn zuerſt vor Allen zu ſich herauf rufen und reichte ihm die Hand und nun hatte er doch noch ſeinen Lohn.

Man konnte dem alten Gottfried nur ſchwer begreiflich machen, daß die, die er geſehen, die lebendige Erdmuthe ſei. Erſchüttelte immer mit dem Kopfe, endlich ſchien er es doch zu faſſen, denn er ſagte:

Ich hätt' eher geglaubt, daß die Todte wieder auferſteht als daß die aus Amerika kommt.

Er verlangte Erdmuthe zu ſehen, aber man willfahrte ihm erſt andern Tages und er ſelber befahl, daß man ihr das alte

Ehrenkleid bringe, ſie ſolle in dieſem zu ihm kommen. Das ganze Dorflief zuſammen als Erdmuthemit dem Ehrenkleide angethan und mit dem Halsgeſchmeide geziert, das ſie treulich bewahrt hatte, nach dem Hauſe Gottfrieds ging. Sie küßte die zitternden Hände des Oheims, der lange nichts reden konnte, endlich ſagte er, auf die ſiebenfache Granatenſchnur mit dem Schwedendukaten deutend: Wer hat dir das geben?