Es kamen Regentage und man droſch einſtweilen in den Scheunen und die Hühner gackerten dazu und erhaſchten manches aufſpritzende Körnlein. Bläſi droſch immer in dem Trupp mit Erdmuthe. Es kamen ſchwere ſorgenvolle Tage und Nächte, man hörte vdn Hagel im Unterlande und ein ſäuſelnder Regen, der nur manchmal in ſtarkes Platzen überging, wollte nicht enden. Man hatte Vieles geſchnitten draußen liegen, und bangte darum, daß es auswachſe und auch wenn die Sonne wiederkommt, trock⸗ net es nicht ſo leicht als das Stehende. Gottfried ging immer brummend umher und auch Bläſi war betrübt; Erdmuthe wollte ihn durch Scherzen erheitern, aber er verwies ihr das und es ſchnitt ihr tief durch die Seele als er ſagte:„Es ſcheint, du weißt nicht, wie weh es thut, wenn das Sach vor der Thüre zu Grunde geht.“ Hielt ſie Bläſi für nicht haushälteriſch und mußte ſie immer⸗ dar darunter leiden, daß ſie aus einem verkommenen Hauſe kam? Das wollte ſie nicht, lieber wollte ſie Alles wiederum verlaſſen.
Schön iſt ein Sommermorgen nach ausgeregneten Tagen, ein leichter ſchwüler Dampf ſteigt auf von der reichgetränkten Erde, die Berge, die lange verhüllt waren, ſteigen in bläulichem Duft hervor, die Vögel ſingen und jubeln, die Sonne zeigt auf's Neue ihre nie verſiegende Kraft und die Menſchen athmen wieder frei auf!
Die Kümmerniß war verſchwunden, es ging aufs Neue an die rüſtige fröhliche Arbeit und es zeigte ſich, daß die Sorge über⸗ trieben war. Als Erdmuthe einſt abgeſondert von den übrigen dem Bläſi die Aehren in die Wieden trug, ſagte ſie:
„Ich kann nichts lange nachtragen, ich muß dir ſagen, ich bin dir noch bös, weil du mir beim Dreſchen das böſe Wort geſagt.“
„Weiß ſchon, aber du darfſt das nicht übel aufnehmen, du mußt auf Alles bedachter ſein, du haſt ein bisle einen leichten Sinn, du kannſt nichts dafür, du biſt's gewohnt—“
„Aber ſolche Vorwürfe bin ich nicht gewohnt. Ich will's nicht leugnen, ich mach mir vielleicht zu wenig Sorgen, ich will das gern annehmen, aber du übertreibſt's auch, ſiehſt ja jetzt, daß es


