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durch keine Scheidewand getrennt waren, nahm einen friſchen Anlauf, bis es allmälig wieder verſtummte und man nichts hörte als das Schneiden der Sichel und manchmal einen Seußzer über Rückenweh.
Man ſpottete einmal über Erdmuthe die die Stoppeln etwas höher ſtehen ließ als die Anderen, ſie aber ſagte:
„Wenn man dem Acker die Halme nicht zu kurz nimmt, dann iſt er halb gefüttert und trägt das nächſtemal um ſo beſſer.“
Dieſes Wort vernahm der ungehört herbeigekommene Gott⸗ fried und ſah bitter drein. Deutete er dieß vielleicht als Anwen⸗ dung auf ſeine Genauigkeit?
Man ſetzte ſich zum Morgenimbiß, den eine Magd herbei⸗ gebracht hatte. Traudle konnte ſich nicht enthalten über das ſchlecht⸗ gebackene Brod die ſpöttiſche Bemerkung zu machen:
„Es giebt verſchimmelte Bauern, die verderben die Gottes⸗ gabe und laſſen ſchlechtes Brod backen, damit es einem wie ein Kieſelſtein im Magen liegt.“
Alles ſchwieg, aber Erdmuthe ſchnitt ſich ein gutes Stück ab und ſagte dabei halb ſingend:
„Laible, du mußt Rübele heißen, Rübele, du mußt geſſen ſein.“
Gottfried betrachtete genau die Spalten an den Aehren des benachbarten Kornackers, denn es gilt als alte Regel, daß je mehr Spalten da wo der Strohhalm beginnt, taub ſind, um ſo theurer wird das Korn. Er nickte zufrieden.
Ein Storch flog über die Schnitter weg und ſich zurück le⸗ gend und in den Himmel ſchauend ſagte Erdmuthe:
„Ich möcht' nur wiſſen, wie der Vogel da oben auf uns runterguckt, wie ſich da Alles tummelt; es muß ihm doch ſein, wie wenn wir in einen Ameiſenhaufen ſchauen.“
Gottfried ging brummend davon, er kam wenig aufs Feld, er hatte meiſt mit ſeinen Amtsgeſchäften zu thun und überließ Bläſi gern die Meiſterſchaft und die jungen Leute waren doppelt luſtig, wenn er wegging.


