ſie nachher beſonders, weil ſie ſo ſchnell Beſcheid im Hauſe wußte, das Geſchirr ſpülte und an ſeinen Platz ſtellte, ehe man ſich's verſah.
Bläſi ſtand aufrecht im Wagen und Traudle und Erdmuthe fuhren mit ihm hinaus auf die Wieſe, er ſchalt Erdmuthe bei der Arbeit ob ihrer Langſamkeit und ſagte:„Du ſollteſt Lahmele heißen, nicht Regele.“ Er fand ſich beſſer in ſeine Rolle als Erd⸗ muthe, er hatte es freilich auch leichter.
Man brachte das Heu röſch und unverregnet unter Dach und als plötzlich zwei Mäher krank wurden, hatte Erdmuthe noch einen beſondern Triumph, ſie mähte mit Bläſi und dem Knechte in gleicher Linie und blieb nie zurück. Gottfried, der wie der Schwa⸗ ger voraus geſagt hatte, ſich an der entſchloſſenen Thätigkeit Bläſi's freute, ließ auch einen Theil dieſes Gefühls auf die neuen Taglöhnerinnen übergehen und ermahnte Bläſi, nicht zu ſtrenge gegen ſie zu ſein. Er lachte, da ihm die Mutter ſagte, die Tochter Traudle's ſei Bläſi nicht gleichgiltig, eben weil er ſo viel mit ihr zanke; er kannte ſeinen ſtolzen Sohn viel beſſer. Die ganze Woche und ſelbſt am Sonntage kam man nicht zu Ruhe und Beſinnung, man war immer in Bedrängniß vor dem drohenden Wetter und nur beim Eſſen im Felde wechſelte man einige Worte. Da ſagte der Knecht einmal:
„Das Vieh geht doch in Allem voraus, das kriegt das erſte vom Feld und nachher kommen erſt die Menſchen mit ihrem Fut⸗ ter dran.“
„Das gehört ſich auch,“ ſagte Erdmuthe,„wenn man zuerſt für Andere geſorgt hat, dann kommt man erſt an ſich ſelber und die Kühe und Ochſen freſſen das Heu für uns, wir kriegens nach⸗ her als Milch und Butter und Fleiſch.“
„Und die Gäul?“ ſagte Bläſi.
„Die ſind unſere Arme, die müſſen für uns Pflug und Wagen ziehen.“
„Dein Maul braucht keinen Wetzſtein,“ lachte der Knecht und Bläſi nickte ſtill zu Erdmuthe.


