Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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hinterſinnt? fragte Traudle mit ſteigender Angſt und prallte ſcheu zurück als Bläſi ſie durchbohrend anſchaute.

Was willſt von mir? Was haſt? fragte er endlich.

Hinter der obern Mühle am Bachſteg wartet ein Mädle auf dich und hat mich zu dir geſchickt. Sag, thut dir's nichts, wenn ich dir ſag wers iſt? Sag's doch. Es iſt ein Mädle, es bringt dir Botſchaft von der Erdmuthe.

Als ginge plötzlich die Sonne auf, ſo hell wurde das Antlitz Bläſi's, er faßte Traudle am Arme, daß ſie laut aufſchrie.

Wo iſt das Mädle? Wo? fragte er.

Komm mit.

Er ging raſchen Schrittes neben Traudle und als ſie über den Weg kamen, ſah er eine verhüllte Frauengeſtalt mit einem weißen Kopftuche und einem Bündel auf dem Rücken, ähnlich wie ſie aus der Umgegend auf Walffahrten ziehen. Die Geſtalt ſaß unter dem Weidenbaume in ſich zuſammengekauert, jetzt richtete ſie das Haupt empor, ein braunes Auge leuchtete, die Geſtalt richtete ſich auf und Bläſi rief:

Biſt du nicht?. Heiliger Gott im Himmel, du biſt's.

Ein Freudenſchrei ertönte, den das gewaltige Rauſchen des Stromes nicht verdecken konnte. Erdmuthe und Bläſi lagen ein⸗ ander in den Armen.