Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

Dieß war das alleinige Enkelchen des Furchenbauern, denn die anderen Kinder waren unverheirathet und wir werden bald ſehen warum.

Wir ſind am Hofe. Dumpfes Bellen und Kettenraſſeln zweier Hofhunde, die in ihrem Bellen ſich bald ablöſen und bald zu⸗ ſammenſtimmen, zeigt an, daß kein Fremder ſich unbemerkt hier nahen darf; über das Bellen hinaus tönt aber der Taktſchlag von ſechs Dreſchern und dazwiſchen vernimmt man das raſche Klappern einer Handmühle, der ſogenannten Putzmühle, die ſtatt des ehedem üblichen Wurfelns das Korn ſäubert. Häuſer, Ställe und Scheuern ſind im Gevierte gebaut, das Thor ſteht offen; halten wir aber noch eine Weile inne, bevor wir eintreten. Auf der Leiter an einem Zwetſchgenbaum im Hausgarten ſteht eine Frauengeſtalt in üblicher Landestracht, die rothen Strümpfe umſchließen ein mächtiges Wadenpaar. Aus dem offenen Hof⸗ thore kommt ein ſchlanker junger Bauer, drei mächtige Stroh bündel auf dem Rücken.

Ameile, fall nicht abe, ruft der junge Mann.

Da unten iſt auch ſchwäbiſch, antwortet es in die Zweige hinein und die Strohbündel hüpfen auf und nieder von dem La⸗ chen des jungen Mannes, während die Frauengeſtalt wieder fragt:

Was willſt denn mit dem Stroh?

Der Bauer will, daß man die Breitlingäpfel dort dießmal nicht brechen ſoll, man hab' kein' Zeit dazu, ich ſoll ſie ſchütteln und Stroh unterlegen. Steig abe und gieb mir die Leiter.

Biſt zu ſteif? Kannſt nicht'naufkrebſeln? ſpottet das Mädchen, während der Burſche das Stroh ausbreitet und er wiedert:

Du ſollſt aufleſen, ich muß gleich wieder ans Dreſchen. Behende iſt er auf den Baum geklettert, der ganze Baum wird hin und hergeſchüttelt, es raſſelt in den Zweigen und dumpf praſ⸗ ſelnd auf das kniſternde Stroh und darüber hinaus fallen die rothbackigen Aepfel. Das Mädchen will bald da bald dort anfan⸗ gen aufzuleſen, aber wo es ſich zeigt, wird ein Aſt mächtiger ge⸗ ſchüttelt und manchmal getroffen von einem Apfel grillt es auf