Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Mit einem ſtolzen geſättigten Behagen ſah der Chriſtoph, oder wie er jetzt da ihm ſeine Würde erſt den rechten Namen verlieh hieß, der Furchenbauer am Morgen nach ſeiner Hoch⸗ zeit zum Fenſter hinaus und ſchaute zu wie der Wind mit den Morgennebeln ſpielte, faſt ſo wie er ſelber die Tabackswolken vor ſich her blies. Der Vater hatte ihm die Zeit lange gemacht, Chri⸗ ſtoph war ledigerweiſe viel älter geworden als die Bauernſöhne ſeinesgleichen, der Vater ſchien das Gut nicht laſſen zu können, bis es ihm der Tod entriß. Chriſtoph zürnte im Stillen oft dar⸗ über, aber er war in Gehorſam und Unterwürfigkeit erzogen und durfte ſich nichts merken laſſen; war es ihm ja übel bekommen, als er einmal ſcherzweiſe zu ſeinem Vater ſagte:Gebt Euer Sach doch her ſo lang Ihr lebet, dann höret Ihr's auch noch wie man Euch Dank ſagt. Chriſtoph hörte die Antwort darauf nicht, aber er fühlte ſie. Nur auf Bedrängen der Gefreundeten und be⸗ ſonders des zweiten Sohnes, der damals Pfarrverweſer in Rei⸗ genbach war, ließ ſich endlich der Vater bewegen, an Chriſtoph abzugeben. Er wählte ſeinem Sohne die ebenbürtige Frau und dieſer willfahrte nach altem Brauche; aber als müßte es doch zur Wahrheit werden, daß der Vater das Gut bei Lebzeiten nicht laſſen könne, ſtarb er vor der Uebergabe und der Hochzeit. Am Morgen nach dieſer letzten dachte Chriſtoph mit einem ge⸗ wiſſen wehmüthigen Danke an den Vater; er hatte Recht ge⸗ than, ihn nicht früher in das Gut einzuſetzen, jetzt erſt war er geeignet, der Furchenbauer zu heißen, und ein ſchönes reichge⸗ ſegnetes Leben lag vor ihm...

Die freudige Stimmung jenes erſten Morgens nach der Hochzeit iſt ſchon lange verklungen. Wenn man bald vierzig Jahre im Beſitze einer Macht iſt, denkt man kaum mehr der Stunde, da man damit bekleidet wurde. Der Furchenbauer hat ſeitdem Mancherlei erlebt. Von neun Kindern waren ihm vier verblie⸗ ben, drei Söhne und eine Tochter; er hatte die Freude, den äl⸗ teſten zum Schmalzgrafen erhoben zu ſehen, denn er erbte das Gut des Muttervaters, aber ſchon nach wenigen Jahren ſtarb der rüſtige Schmalzgraf mit Hinterlaſſung einer einzigen Tochter.