man ihrem Manne die Todtenmeſſen las, ſie lebte ruhig aber faſt wortlos, dazu war ſie noch faſt ſtock⸗ taub geworden; und als das Tuch von der Bleiche kam, das ſie in dieſem Sommer geſponnen, entſchlum⸗ merte auch ſie.
Als die erſte Trauer vorüber war, lebten Broſi und Moni in der Erinnerung aller Menſchen wie der Nachhall einer Tanzweiſe, die ſich von ſelber fortſingt, nachdem man den Ort der Luſtbarkeit weit hinter ſich hat.
Das Jahr darauf heirathete der jüngſte Sohn des Gipsmüllers wirklich des Rösle's Monika, und als die ganze Familie im Auerhahn beiſammen war und zum Erſtenmal wieder der Bändelestanz aufgeſpielt wurde, ſtand Alles ſtill und eines ſagte dem Andern: „Ach Gott, das war ſein Leibſtück.“ Aber des Jörg⸗ toni's Kaspar ſprang mit beiden Füßen in die Mitte des Saals und rief:„Jetzt bin ich der Broſi!“ und zeigte ſich als deſſen gelehriger Schüler. Noch lange gwenn der Hoppetvogel, der Siebenſprung und der Bändelestanz ausgeführt wird, wird man den Namen Broſi's nennen und:„Mein Mann iſcht koanr ſagt der Broſi“ iſt noch immerdar Sprichwort.
Mannheim. Schnellpreſſen⸗Druck von Heinrich Hogrefe.


