Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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Severin erklärte, daß das nichts ändere, und wie das leicht geht, nach großer, anhaltender Freude thut ſich plötzlich unverſehens eine Verſtimmung auf;z ſo geſchah es auch hier. Die Brüder fühlten ſich zurück⸗ geſetzt, aber Broſi verſtand es, ihnen die Sache deutlich zu machen und ſchloß damit:

Es bleibt ein Jedes was es iſt. Im geraden Weg braucht eines das andere nicht und im ungeraden wird euch der Severin ſchon beiſtehen. Haltet nur getreulich zuſammen, wenn eure Eltern auch nimmehr da ſind.

Dieſe Mahnung verfehlte ihre Wirkung nicht und wenn auch nicht in heller Freude, ſo doch in ſtiller geſättigter Beruhigung ging man auseinander, zumal da Severin noch kurz verſprach, ſtets der Seinigen eingedenk zu bleiben. Am andern Morgen als Severin und Agy nach der Reſidenz abgereist waren, ſagte Broſi immer:

Ich weiß nicht wie mir iſt, mir fehlen die Kinder in allen Ecken, ich kann mir's gar nimmehr denken, wie's einmal geweſen iſt, wo wir noch gar nichts von ihnen gewußt haben.

Jetzt da Severin fort war, hatte Broſi im Gedenken an ihn faſt noch mehr Freude von ihm, als während ſeiner Anweſenheit. Er gab Moni recht als ſie ſagte:

Er iſt doch ein prächtiger Menſch, er redt nicht viel, aber jedes Wort von ihm iſt wie ein Eid, da kann man Häuſer drauf bauen.

Auerbach, Dorfgeſchichten, 3. Band.