Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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Warum biſt denn du noch ledig? Weiß nicht, ich hab's verſäumt und jetzt iſt's faſt gar zu ſpät. Wenn du mir eine geſchickte Wittfrau wüßteſt, ich ließ mich noch überreden. Aber ich denk' wohl, ich bleib' ledig. Wir haben ſo ein' große Familie, und es ſoll auch einmal was zu erben geben.

Franz war eine zufriedene ſtille Natur, die ſich mit Denken nicht viel zu plagen hatte. Dabei war er äußerſt karg und hatte ſeine Hauptfreude an baarem Gelde.

Am Sonntag Morgen ſaß Alles ſchön geſchmückt und zum Kirchgange bereit lange vor Beginn deſſelben im elterlichen Hauſe. Broſi ſchnitt von den Stock⸗ ſcherben, die ein unberührbares Heiligthum waren, die ſchönſten Relken ab und ſchenkte ſie ſeiner engliſchen Söhnerin. Es läutete zum Erſtenmale zur Kirche, und man wollte ſich auf den Weg machen, um ſich noch vorher gehörig bewundern und begaffen zu laſſen. Broſi freute ſich beſonders darauf, ſeiner Söhnerin auch zu zeigen, daß er in der Gemeinderathsbank ſitze, da ſagte Severin:

Meine Frau geht nicht mit uns.

Warum?

Sie iſt evangeliſch.

Alles zuckte zuſammen und eine Weile war es ſo ſtill in der Stube, daß man nichts hörte, als das Picken der Wanduhr und ein ſchnelles Athmen Broſi's.

Endlich ſagte er auſſtehend und ſich vor Froſt die Hände reibend: