Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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20 die rothe Schreibtafel, in die er ſich ſeine Einkäufe nach Sorte u. ſ. w. eingezeichnet hatte, um ihn her d lagen in verſchiedenen Papieren Wollproben. Diethelm . fuhr ſich mit der Hand über das Haupt und er meinte, er ſpüre es, wie ihm die Haare jetzt plötzlich grauer werden. Eben kam der Reppenberger wieder und d brachte einen Mann, der eine überaus feine und haar⸗ treue Wolle habe, da ſei jedes Härchen von unten bis oben gleich und Alles im Vließ gewaſchen. Diet⸗ helm nebelte es vor den Augen und er erſuchte den Reppenberger, vor Allem einen guten Trunk Wein her⸗

beizuſchaffen, er fühlte ſich ſo matt, daß er auf keinem

Beine mehr ſtehen konnte, und beſonders in den Knieen

ſpürte er eine unerhörte Müdigkeit. Er gab den Umſte⸗ henden wenig Beſcheid und ſtarrte hinein in ſeine Schreib⸗ tafel und ſprach mit den Lippen lautlos die Zahlen vor ſich hin. Vom Hauptthurm der Stadtkirche blieſen eben die Stadtzitkeniſten den althergebrachten Mittags⸗ choral, ſie ſtanden eben auf der Weſtſeite der Thurm⸗ galletie und dieſe Poſaunen und Trompeten ſtrömten ihre langgezogenen Töne gerade zu Häupten Diethelms nieder, er zuckte zuſammen und ſchaute auf, als hörte er die Poſaune des jüngſten Gerichtes vom Himmel herab; er fuhr ſich mit der breiten Hand langſam über

das ganze Geſicht, dann ſchaute er hell auf, denn Rep⸗ penberger rief ihm. Der herbeigebrachte Wein richtete

ihn bald wieder auf und nun galt es die begonnene

Rolle muthig fortzuſetzen. Die Stadtzinkeniſten blieſen

eben nach einer andern Himmelsgegend und die Klänge ſchwebten wie verloren über dem lauten Marktgewühle.