Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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dienten, Schmarotzer, deren ganzes Marktgeſchäft im Erhaſchen eines Freitrunkes beſtand, bah! große Männer haben immer auch ſolche in ihrem Geleite und Diet⸗ helm ſchritt an der Spitze ſeines Troſſes breitſpurig einher.

Der Reppenberger, ein hagerer Bauer im zertra⸗ genen blauen Kittel, mit einem ſchmutzigen Wochen⸗ barte auf dem liſtigen Geſichte, war ehemals ſelbſt wohlhabend geweſen, hatte ſich im Schafhandelver⸗ ſpekulirt und war jetzt der gewandteſte Unterhändler, dieſer wollte ſich an die Seite Diethelms drängen; er bot ihm eine Priſe aus ſeiner großen birkenrindenen Doſe und wollte ihm allerlei mittheilen, aber Diethelm vertröſtete ihn mit herriſcher Miene auf ſpäter und zog den Schultheiß von Rettinghauſen, einen mehr eben⸗ bürtigen Genoſſen an ſich und ſo trat er in die Wirths⸗ ſtube, wo jetzt im halben Morgen ſchon voller Mittag gehalten wurde, denn an langer Tafel und an Seiten⸗ tiſchen ſaßen Männer und Frauen und erlabten ſich an Sauerkraut und Speck und gedeihlichem Unterländer Wein, und was ſie nicht aufſpeisten, wickelten ſie in ein daneben gelegtes Papier und ſteckten es zu ſich. Da und dort war auch der Tiſch zu einer Rechentafel geworden und mit Kreide wurde der Erlös zuſammen⸗ gerechnet, denn es war ſchon Mehreres verkauft. Man⸗ cher vollgeſtopfte Mund nickte Diethelm zu und manche Hand legte die Gabel weg und ſtreckte ſich ihm entgegen.

Je ſpäter der Markt, je ſchöner die Leut, rief ein Weißkopf Diethelm zu.

Kommſt ſpät.