191
tragen“, entgegnete der Graf gleichmüthig; aber Sie ſtecken in einer.“
„Wo wäre da der feine Unterſchied?“
„Im Bewußtſein“, rief Edgar.
„Zum Theil allerdings“, nickte der Graf.„Mehr oder weniger ſtecken die meiſten Menſchen in der Larve, wie der Zoolog die Uebergangsperiode bei gewiſſen Inſekten nennt.“
„Ein Spiel mit Worten“, urtheilte Ulrich achſel⸗ zuckend ab.
„Keineswegs, es handelt ſich nur um ein einziges Wort und um deſſen Sinnesbedeutung im vollen Umfange.“
Edgar ließ ſein Glas an das des Grafen klingen.
„Wir fangen an übereinzukommen“, rief er lachend. „Die ganze Generation iſt im Larvenzuſtande, da ver⸗ liert das Eingeſtändniß für den Einzelnen alles Be⸗ ſchämende. Ein Zeitalter iſt es immer für das jewei⸗ lig nachfolgende und ſo kann man eigentlich mit Recht ſagen, die ganze Menſchheit ſteckt unabläſſig darin.“
„Klug entwickelt!“ ſtimmte der Graf lächelnd zu „Weil eben der Menſch etwas vor dem Thiere voraus haben muß und darum die Wandlungen unbegrenzt


