17 den, ſie genießen eine volle Anſchauung, wo wir uns mit dem Errathen begnügen müſſen.“
„Bah!“ verſetzte der Graf,„im Grunde iſt es bei den Malern auch nicht ſo weit her. Was ihnen ein— mal der Welt zu zeigen geſtattet wird, haben auch An— dere ſchon geſehen.“ Er warf Hermine einen unver⸗ ſchämten Blick zu, den ſie aber, ein Geſpräch mit dem Commerzienrath anknüpfend, nicht zu gewahren ſchien. „Modelle ſind in der Regel Gemeingut.“
„Erhitzt es Sie nicht, Graf, wenn Sie ſo nahe am Feuer ſtehen?“ warf Frieda leiſe hin und die Worte ſchienen auf den Grafen eine magiſche Wirkung auszuüben, er begegnete ihrem Auge und ſtrich ſich über die geröthete Stirn. Er mochte zur Beſinnung gekom— men ſein, daß er zu weit gegangen war.
„Sie meinen, ich ſei feuergefährlich?“ ſuchte er mit harmloſerem Scherz einzuwenden.„Es iſt wahr, der Geiſt, der mir entſtrömt, iſt Alkoholdampf und der entzündet ſich leicht. Aber was meine Behaup⸗ tung betrifft, ſo iſt dieſelbe ganz begründet. Stoßen Sie einmal Waldek an, Doctor, daß er nicht ſo ſelbſt— vergeſſen wie eine arme Milbe in die helle Lampen— kugel ſtarrt Er kann uns am beſten Auskunft geben. He, Waldek, ſtehen Sie einmal Rede, in wie vielerlei Geſtalten war die ſchöne Marietta oder Giovannina
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