—————
5
war ein wohlthaͤtiger Mann; der Fluch mancher ſeiner Handelsgenoſſen haftete nicht auf ſeinem Vermoͤgen. Wenn jene in Zeiten des Ueberfluſſes ihre Kammern verſchloſſen, um ſie in Zeiten der Noth dem Wucher auf⸗ zuthun, oͤffneten die ſeinigen ſich den Bit⸗ ten der Armuth, und nahmen auf, was jene unbarmherzig zuruͤckgewieſen. Dies erwarb ihm die Liebe der Duͤrftigen, den Neid und den Haß der Reichen.
Claudine, ſein Weib, war edel ge⸗ ſinnt wie er, und wirkte mildthaͤtig im Kleinen, wie er im Großen. Beide fan⸗ den in gegenſeitiger Lieb' und Treue reich⸗ lichen Lohn und Erſatz fuͤr manchen Scha⸗ den, den fremde Bosheit ihnen zufuͤgte. Aber uͤberſchwenglich ward ihr Gluͤck, als nach einigen Jahren der Kinderloſigkeit Ottilie dem Schvoße der Mutter ſich ent⸗ wand. Claudinens Sonnenreize verjuͤngten


