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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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Toilette nach den Strapazen ihrer Wanderung wohl ei⸗ nige Veranlaſſung geben konnte, ſie für etwas verrückt zu halten; dieß ſo wie die Verwechslung mit einer an⸗ dern Perſon mag daher die Abgeneigtheit erklären, ihr Hülfe zu leiſten, eine Rohheit, die ſonſt den ſchwediſchen Bauern nicht eigen iſt. Aufs Neue ermahnte Petrea eifrig und eindringlich den Wirth und auch die Bauern, ihre Bitte zu erfüllen und verſprach anſtändige Trink⸗ gelder. Der Wirth nahm jetzt eine gebieteriſche Haltung an,

räuſperte ſich und ſagte mit ſelbſtgefälligem Lächeln:Ja,

ja, das iſt Alles ganz ſchön und gut, aber ich möchte doch

etwas von den anſtändigen Trinkgeldern ſehen, bevor ich

umgefallene Wagen ſuchen ſoll. Vielleicht findet man zu.

guter Letzt weder das Eine noch das Andere. Man darf

den Leuten nicht Alles glauben.

Petrea erinnerte ſich jetzt mit Schreck, daß ſie kein Geld bet ſich hatte, ließ ſich aber nichts anmerken, ſondern ant⸗ wortete ruhig und beſtimmt:Das Geld werdet Ihr er⸗ halten, ſobald Ihr an den Wagen kommt. Aber jetzt folgt mir um Gottes Willen und zwar ſogleich; jeder Augenblick Verzug kann ein Menſchenleben koſten.

Unſchlüſſig ſahen die Männer einander an, aber keiner rührte ſich vom Flecke; ein dumpfes Gemurmel lief durch den Haufen. Beinahe verzweifelnd ſchlug Petrea ihre Hände zuſammen und Thränen ſtürzten aus ihren Augen, indem ſie rief:Seid ihr Chriſten und könnet Mitmenſchen in Lebensgefahr wiſſen, ohne ihnen zu Hülfe zu eilen? Sie nannte ſofort ihres Vaters Namen und Amt und ging von Bitten zu Drohungen über.

Während dieß im Hauſe vorging, ereignete ſich etwas vor demſelben, was wir aufs Eiligſte in Augenſchein neh⸗ men wollen.

Es hielt nämlich eine Reiſekaleſche an, gefolgt von einem kleinen Holſteiner Wagen, in welchem letzteren vier Knaben ſaßen, der älteſte, etwa zehn Jahre alt und ſicht⸗ lich ſtolz darauf, mit eigener Hand ein paar magere Reiſe⸗