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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
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das väterliche Haus verließ; überdieß war ſie eine ganz unübertreffliche Hüterin für die Kinder. Aber bei dieſen wiederholten Beſchwerden ſagte Eliſe doch endlich ernſthaft zu ihr:Ei ſo laß ihn eſſen und trinken ſo viel er will und bleib mit deinen Bemerkungen zu Hauſe. Meinetwegen kann er täglich ein Pfund Zucker und Kaffee brauchen, wenn er nur wie ich hoffe ein guter Freund und Lehrer für die Kinder wird.

Ganz beleidigt entfernte ſich Brigitte, vor ſich hin⸗ brummend:Schon gut, ſchon gut, die alte Brtte kann auch ſchweigen, ja das kann ſie, ja, ja, ſchon recht. wir wollen ſehen, was das für ein Ende nimmt Zucker und Zwieback ißt er, aber Salzhäringe ißt er nicht. ja, ja!

Inzwiſchen verlebte der Kandidat ſeine Tage unbeküm⸗ mert und ohne alle Ahnung von den Wolken, die ſich über ſeinem Haupte zuſammenzogen, ſo wie von den Ehrenti⸗ telchen: Kaffeebaſe, Kalb, Zwiebackspatron und Zucker⸗ ratze und mit jedem Tag ſtellte es ſich deutlicher heraus, daß Eliſens Hoffnungen wohl gegründet waren. Der Kan⸗ didat entwickelte einen guten, liebenswürdigen Charakter und eine ausgezeichnete Lehrgabe. Die Kinder ſchloſſen ſich bald innig an ihn. Ihr Gehorſam und ihre Achtung vor dem Lehrer hinderte ſie indeß nicht, ihm in den Frei⸗ ſtunden allerhand kleine Streiche zu ſpielen. Petrea war hierin beſonders erfindungsreich und der Kandidat war zu gutmüthig und ergötzte ſich zu ſehr an der Freude der Kleinen, um ſich nicht gerne zuweilen zur Zielſcheibe ihrer Witze herzugeben.

Das Frühſtück, das für die ältern Mitglieder der Fa⸗ milie um eilf Uhr aufgetragen wurde, gab den Kleinen reichliche Gelegenheit, ſich darin zu üben. Der Kandidat gerne Eier, und wenn er unter einer bauſchigen Ser⸗ viette welche vermuthete und ſchnell die Hand hineinſteckte, bekam er nicht ſelten ſtatt der Eier Garnknäuel, Bälle und ähnliche unverdauliche Dinge in die Hand. Dann hörte man gewöhnlich ein erſtickendes Lachen an der Thüre