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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
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iſt, die jeden Morgen zu ihnen ins Bett heraufkriecht, ihr lichtlockiges Köpfchen an die Schulter des Vaters legt und da aufs Neue einſchläft. Könnteſt du meine zwei⸗ jährige Gabriele ſehen, mit ihren großen, ernſten, braunen Augen, ihrem feinen, etwas bleichen, aber unbeſchreib⸗ lich lieblichen Geſichtchen, ihren entzückenden kleinen Ma⸗ nieren, du würdeſt, wie Jedermann, von ihr eingenommen werden und ſie verziehen, wie es uns Allen ſchwer wird, es nicht zu thun. Sie iſt ein kleines, ſtilles Kind, aber ihrer älteſten Schweſter ſehr unähnlich. Ein hervorſie⸗ chender Zug bei Gabriele iſt ihr Schönheitsſinn; ſie legt einen entſchiedenen Widerwillen gegen alles Häßliche und Unbehagliche und eine eben ſo entſchiedene Vorliebe für alles Schöne an den Tag. Eine gewiſſe allerliebſte kleine Vornehmheit in Geberdenſpiel und Benehmen macht, daß die Geſchwiſter ſie ſcherzweiſe das kleine Fräulein oder die kleine Prinzeſſin nennen. Heinrich iſt geradezu ver⸗ liebt in das kleine Schweſterchen, er küßt ihre weißen Händchen über und über und auch ſie liebt ihn von gan⸗ zem Herzen. Gegen Andere iſt ſie ſehr häufig etwas ungnädig und unſer guter Freund, der Aſſeſſor, nennt ſie bald die kleine Gnädige, bald die kleine Ungnädige; er hat überhaupt eine Menge Titel für ſie. Möchte ſie ein⸗ mal dendie Liebenswürdige verdienen⸗

Friede über meine Kleinen! Es iſt keines unter ihnen, das nicht die Anlage zu einer eigenen Tugend und Vor⸗ trefflichkeit in ſich trägt, aber auch den Keim zu einer gefährlichen Untugend, die Gottes ſchöne Ausſaat verder⸗ ben könnte. Mochte es ihrem Vater und mir gelingen, tüchtige Pfleger dieſer theuern Himmelspflanzen zu wer⸗ den! Aber ach die Kindererziehung iſt keine leichte Sache und die vielen Erziehungsbücher, die ich ſtudirt habe, helfen mir wenig, mag nun ich oder ſie daran Schuld ſein. Ach ich weiß oft keinen andern Rath, als das Kind in meine Arme zu ſchließen und recht herzlich darüber zu weinen oder es auch voll Freude mit Küſſen zu bedecken,

Bremer, das Haus. 2