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Der Fluch des Rabbi : Sittengemälde aus dem fünfzehnten Jahrhundert / von Eduard Breier
Entstehung
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die übrigen Theile ſeines Körpers. Das faltige Antlitz verräth eine bedeutende Anzahl von Lebensjahren, ein 1 dünnes mit gebleichten Haaren untermengtes Bärtchen bedeckte das hervorragende Kinn und zwei graue Augen fimmern unſtät über die breitgedrückte Naſe hinweg.

Aber weder ſeine Geſtalt, noch ſeine Kleidung ziehen

ihm in dieſem Augenblicke unſere nähere Beachtung zu,

ſondern ſein Treiben, ſein Geſchäft iſt es, welches ihn

vor allen Andern auszeichnet, und keine unwichtige Re⸗ benperſon in unſerem Gemälde werden läßt.

Wir begegnen dem Höckerigen, wie er eben mit einem hölzernen Hammer in der Hand haſtigen Schrittes durch die Gaſſen eilt, und die Einwohner eines jeden Hauſes mittelſt drei kräftigen S an der Thüre zum Gottesdienſte ruft.

3 Es iſt alſo Niemand anders, als die lebendige, immerwandernde Glocke Schlome Holländer ge⸗ nannt, wohlbeſtellter Schulklopfer der Alt⸗Ofner Juden⸗ gemeinde im Jahre 5291 ſeit Erſchaffung der Welt, oder 1530 nach chriſtlicher Zeitrechnung.

Während er auf dieſe Art die Runde machte, ſchritt von der Neuſtift herüber ein einſamer Wanderer deſſen ganzes Weſen einen fahrenden Talmudiſten ver⸗ rieth, wie ſie zu jener Zeit auf allen Wegen und Straßen