Von dieſem Anblicke ergriffen, ſtürzte Frau Hed⸗ wig fort, und zum grellen Gegenſatze gegen früher, rief es mit tauſend Stimmen in ihrem Inneren:
Wehe mir, daß er todt iſt! Lebte er noch, er hätte mich nicht verrathen, aber jetzt— wird mich mein Schickſal ereilen!
Was ſie vor einigen Minuten ſo ſehnlichſt ge⸗ wünſcht hatte, war in Erfüllung gegangen, und nun jammerte ſie um das, was ihr früher ihr Verderben ſchien!—
Das war die Macht des Gewiſſens!
Ja wahrhaftig, das war ein ſchöner, ein heiliger Morgen für den geweſenen Rabbi der geweſenen Neu⸗ ſtädter Judenſchaft!!!
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Beiläufig um dieſelbe Zeit, als die, des begangenen Verbrechens angeklagten Juden zu Wien verbrannt, und alle Anderen aus ganz Oeſterreich verjagt wurden, ereignete ſich auch in der Neuſtadt eine ſchauderhafte
Begebenheit.
Der Edle von Zech, welcher ſeiner ihm anver⸗ Die Sendung des Rabbi. II. 13


