ausſprechen, die in unſerer Gemeinde eingeriſſen. Schweigt, Chacham Eiſak und unterbrecht mich nicht— dieſer wollte nämlich das Wort ergreifen— ich weiß Alles, was ſich zugetragen, es iſt mir von Unbefangenen nach Wien berichtet worden, und ich habe nur ſtaunen können, wie Männer— in deren Mitte der ſelige Rabbi Simon ſo viele Jahre ge⸗ wandelt— ſich ſo weit vergeſſen konnten, das Wun⸗ derbare ſeiner Verfügung ganz zu überſehen, und ſeinem letzten Willen entgegen zu handeln; aber ſo iſt es immer, wenn man gegen alle Anderen Ohr und Herz verſchließt, und ſich nur von Vorurthei⸗ len und kleinlichem Eigennutze leiten läßt! Doch will ich, bei dem Gotte unſerer Väter! hoffen, daß alle dieſe kleinlichen Umtriebe aufhören werden, wenn Ihr das Unglück vernehmt, das ſich zugetra⸗ gen, und welches bei unſerer unterdrückten Lage für alle Juden im ganzen Lande von den traurigſten Folgen ſein kann. Darum ſag' ich Euch noch ein⸗ mal: vergeßt dieſe Streitigkeiten, werdet einig unter Euch, laßt Haß und Groll erlöſchen, denn uns droht große Gefahr, ſie wird uns um ſo eher errei⸗ chen, wenn wir zerworfen unter uns, den Gegnern um ſo mehr Angriffspunkte darbieten.
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