Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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vertreten haben, was man damals kurzweg einen Hofjuden nannte. Unſtreitig war die Familie eine der reichſten an baarem Gelde im Lande, und unſer Ephraim Steußen konnte mit Allen aus ſeiner Gemeinde in die Schranken treten. Aber der Zech⸗ meiſter war weit davon entfernt, dieß irgend Je⸗ mand fühlen zu laſſen; er war wohlthätig, men⸗ ſchenfreundlich und leutſelig, und beſaß bei den Edlen zu Wien keinen geringen Einfluß, in ſo ferne dieß bei einem Juden nur Statt finden konnte.

Rabbi Eliah wurde von dem Namen ange nehm überraſcht.

Das vortheilhafte Aeußere des Vorſtehers ließ, auf ſein Inneres geſchloſſen, nur Gutes erwarten. Eliah drückte ſeine Freude über dieſen Beſuch offen, und in herzlichen Worten aus; er geſtend, daß er ſchon lange dieſer Ankunft entgegen geſehen, und berief ſich auf Eßman's Zeugniß.

Indeſſen hatten Alle Platz genommen; Ephraim Steußen ſprach:

Ihr könnt leicht ermeſſen, daß es ſchon eine bedeutende Angelegenheit ſein muß, die mich Euch, meine Glaubensbrüder, ſo eilends zuſammenholen, und hieher führen ließ. Vor Allem muß ich in we⸗ nigen Worten mein Mißfallen über die Uneinigkeit