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Vergib uns, Rabbi! unſere laute Klage; das Leid drängt ſich aus der Bruſt, ſo wie die Quelle aus dem grünen Berge, der man nicht im Stande iſt, Einhalt zu thun; da bedarf es nicht des Wun⸗ derſtabes des Propheten, um darauf zu ſchlagen, daß ſie fließen ſoll— nein, ſie fleußt von ſelbſt; wenn das Herz zu voll iſt, ob von Freud' oder Leid, ſo muß es übergehen.
Wirſt Du uns aber fragen, warum wir Leid empfinden, ſo frage auch die Kinder, warum ſie weinen, wenn der Vater in die Ferne zieht, um nie mehr wiederzukehren; frage auch die Lämmerherde, warum ſie blöckend durcheinander läuft, wenn ſie allein auf weitem Stoppelfelde ohne Wächter, ohne Hirten und ohne Hüther iſt!
Rabbi Simon verſetzte:
Der Herr der Heerſchaaren wird Euch nicht verlaſſen! Er, der das Wild des Feldes, die Vögel der Lüfte und die Bewohner der Meere nicht auf⸗ gibt, der die jungen Quellen zwiſchen himmelan⸗ thürmenden Bergen durchleitet, der Gemſen im Geklüft, und Sonn' und Mond in ihren Bahnen erhält: Er wird auch Euch erhalten, Eurer geden⸗ ken, und Euch einen Hirten ſenden, der würdiger,


