Teil eines Werkes 
3. Bd. (1848)
Entstehung
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253 auch fünfzig Eimer getragen, und daß ich einen recht guten Wein überkomme, deß werdet Ihr gewiß Sorge tragen; aber was wäre gekommen, hätte der Kaiſer g'rade in übler Laune geſtanden?

Das verſteht Ihr nicht, lieber Zwickler! ver⸗ ſetzte Kunz, wenn man merkt, daß der Gebiether nicht bei munterem Gemüth, ſo kommt man ihm nicht mit Bitten; deswegen mußtet Ihr ja ein Paar Tage feſt⸗ ſitzen, bis der erwünſchte Augenblick kam.

Ah ſo! ich verſtehe; alſo weil Majeſtät nicht munter war, mußten wir ſo lange eingeſperrt blei⸗ ben? Macht nichts! für fünfzig Eimer laß ich mich, vorausgeſetzt, daß ſie vom Beſten ſind, drei Wochen einkottern, und wenn Gaſſenjungen und Schuſterlehrlinge am Gitter ſtehen bleiben und ru⸗ fen:Da ſeht den Schankherrn Zwickler, bäh! ſo ſchrei ich wieder heraus:Es geſchieht um fünſzig Eimer, mäh!!

Sie waren jetzt vor einem Gebäude am Hofe angelangt. Kunz nahm Siegfried unter die Arme und leitete ihn hinauf. Im erſten Stockwerke öffnete ſich eine Thüre und eine ſchöne, ältliche Dame trat ihnen mit ſchwankenden Schritten entgegen. Sie hatte kaum den Jüngling erblickt, als ſie mit dem Ausrufe: Mein Sohn! auf ihn zuſtürzte!

Der Jüngling warf ſich entzückt in die Arme