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wollen Wir's doch unſchädlich machen; Du ſollſt, wenn Du ein Mann geworden, Uns nahe ſtehen; Wir hof⸗ 6 fen dadurch, dem allgemeinen Vorurtheil, dem Wahn am beſten zu begegnen, wenn Wir ihm kühn die Stirne biethen. Doch Du biſt noch jung, Dein Vater iſt todt, Deine Mutter ein ſchwaches Weib, den Stief⸗ vater haben wir verbannt; Wir müſſen Dich daher einem tüchtigen Schutze anvertrauen. Mein lieber Graf von Auersberg, Euch übergeben Wir den jungen Freiherrn Siegfried von Irch als Euren Sohn, als Unſeren Retter— brauch' ich noch Etwas hinzu⸗ zufügen? Nein, mein kaiſerlicher Herr!— ſprach der Lan⸗ deshauptmann freudig;— ich verſtehe Euch ganz! Damit ging er auf Siegfried zu, ſchloß ihn in ſeine Arme, drückte ihm einen Kuß auf die Stirne und ſprach mit feſter Stimme: Du ſollſt mein Sohn ſein, nicht nur dem Worte, ſondern dem Sinne nach! Siegfried umklammerte den Grafen, denn ihm drohten die Sinne zu ſchwinden. Der Kaiſer nahm nun abermahls das Wort: Nun? iſt noch Jemand in dieſer Angelegenheit da? Was will der Mann dort? er deutete hiebei auf Kajetan. Kunz trat raſch hervor: Dieſer Mann, Gevatter Max, iſt der Schank⸗ herr Kajetan Zwickler aus der Kärnthnerſtraße. Er gehört zwar nich unmittelbar hieher, aber er war
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