16
den Dorfe Luſtthal durch die Strombreite getrennt war. Die Häuſer des erwähnten Dorfes lagen auf der Anhöhe in größeren und kleineren Zwiſchenräumen zerſtreut; mit ſchwerer Mühe war zu erkennen, daß ſie ein Ganzes bilden; auch gab es nur drei Orte, wo ſich ihre Bewohner zuſammen zu finden pflegten: im Gotteshauſe, im Schank und auf dem Friedhofe. Auf dem Letztern lernen wohl die Un⸗ geſelligſten Eintracht und Verträglichkeit kennen.
Der Spätherbſt war herangebrochen, jene weh⸗ müthige, traurige Zeit, die beſonders auf dem Lande ſo tief empfunden wird. Die Mühen des Sommers haben aufgehört, der Landmann hat geärntet, für den Winter geſäet, Kammern und Speicher ſind ge⸗ füllt, das Hausvieh iſt geborgen im heimlichen Stall, das öffentliche Leben auf den Aeckern und Wieſen hat aufgehört und das Häusliche begonnen; wie tie Schnecke ſich in ihr Häuschen zurückzieht, ſo ſucht das Landvolk auch die Hütten und wendet ſeine Auf⸗ merkſamkeit auf das Innere derſelben; da wird nun geſchnitzt und geſägt, geſpalten und gehämmert, das ſchadhafte Geräthe ausgebeſſert, hier eine Klinſe in der Wand, dort eine Oeffnung im Dache verſtopft;
Holz für den Winter herbeigeſchafft und verkleinert,
Weiber und Mäcchen ſuchen den Rocken hervor, und die Knaben bereiten das Futter für Vieh und Geflügel.


