Apor, ſo hieß der ſchwarze, große Hund, ſchlug jetzt zum zweiten Male an.— Es muß Jemand in der Nähe ſein, rief Paolo, und erhob ſich; ſein Ge⸗ fährte folgte dem Beiſpiele, und Beide bemerkten jetzt wirklich ein weiblich Weſen ſich durch das Gebüſch her⸗ anwinden.
Maledetto! rief Petruchio, ſieh mal hin— ein Mädchen, es kommt näher, per baccho, das Geſicht ſollt' ich kennen. He da! mein hübſcher Waldgeiſt, wo⸗ her des Weges? komm doch her zu uns, denn ſo ich mich nicht irre, ſind wir Bekannte von früher her.
Die Gerufene trat wirklich heran. Eine volle, üppige Geſtalt in etwas ſonderbare Gewänder gehüllt, mit einem blaſſen, abgeſpannten Antlitz, welches be⸗ deutende Spuren genoſſener Lebensfreuden an ſich trug; ein ſchwarzes Auge, deſſen Gluth zum Theil erloſchen, nur einen düſtern Eindruck zurück ließ, war ſie trotz dem noch immer geeignet, auf ſinnliche Na⸗ turen einen Eindruck hervor zu bringen. Petruchio, als er ſie einige Zeit betrachtet hatte, rief aus: Ei, ſiehe da, ſeid Ihr es? Bei meinem Leben! ich hätte Euch bald nicht wieder erkannt! Ihr ſeid ja die nied⸗ liche Pflegerstochter von Cirknitz?
Ja, ich bin Walburga— erwiederte ſie mit unſicherer Stimme, und eine glühende Röthe ergoß ſich über ihre Wangen— und Ihr ſeid Petruchio!


