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Vergebt mir, Junker Siegfried! daß iſt eine ſonderbare Behauptung! ich bin weder ſchlaf⸗ noch weintrunken, und den Schelm kenn' ich zu gut, um ihn nicht ſelbſt in der rabenfinſterſten Nacht unter Tau⸗ ſenden herauszufinden!
Nun, damit Ihr's nur wißt, ich habe den nämli⸗ chen Bettler ganz um dieſelbe Zeit, auf einer entge⸗ gengeſetzten Seite geſchen und verfolgt, er entkam mir nur, indem er auf einem Faße auf dem Fluße hin⸗ abfuhr.
Kajetan ſchöpfte ſchwer Odem. Da habt Ihr's, Junker! hab' ich es Euch nicht immer geſagt, daß es mit dem Bettler nicht richtig ſei? Er iſt— der heilige Barnabas weiß, was! und fährt auf einem Faſſe? Ja, ein Krokodill, ein Lindwurm, vielleicht gar ein Meerfräulein war es, auf dem er geritten; Ihr habt es nur nicht recht geſehen, das iſt die ganze Beſche⸗ rung! Ach, wenn ich nur ſchon mit meiner Geſponſin dort wäre, wo der Wolf den Gänſen predigt*).
Unter ſolchen Klagen, die von Siegfried nicht beachtet wurden, gelangten ſie auf den damaligen Wieſenplatz vor dem deutſchen Thore, wo die Bür⸗ ger ſich eben geſammelt hatten, um in verſchiedenen
*) Ein Haus in der Wallnerſtraße in Wien, warauf ſich dieß Gemälde befindet.
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